Gesamtschule Barmen für den Schulpreis nominiert

Gesamtschule Barmen für den Schulpreis nominiert

Die Schule hat ihr Konzept stetig weiterentwickelt. Unterricht findet auch mal auf den Gängen statt.

Barmen. Ein bisschen sind sie den Erfolg ja schon gewohnt an der Gesamtschule Barmen. Dreimal räumte man den Schulentwicklungspreis der Unfallkasse ab, auch das Schulgebäude erhielt eine Auszeichnung. Doch als dann vor wenigen Tagen die Nachricht ins Haus flatterte, dass die Gesamtschule unter den letzten 20 Schulen für den Schulpreis 2015 ist, war die Überraschung doch groß. Immerhin ist es eine deutschlandweite Auszeichnung und der Sieger erhält 100 000 Euro.

„Ich weiß gar nicht, wie viele Schulen sich in Deutschland beworben haben, da freut man sich natürlich“, sagt Schulleiterin Bettina Kubanek-Meis. „Das haben diese Schule, diese Kollegen, diese Schüler verdient. Denn wir versuchen hier, gute Arbeit zu machen.“

Die Nominierung passe auch zum Konzept. „Schule mit Wirkung“ heißt es und basiert auf den Säulen Mitwirkung, Miteinander und Vernetzung. „Das soll zusammen eine Atmosphäre ergeben, in der gut gelernt werden kann“, sagt Kubanek-Meis.

Die Schule hat kein spezielles Programm für den Schulpreis aufgelegt. Kubanek-Meis sieht die Nominierung vielmehr als Ergebnis der jahrelangen Arbeit am Konzept, die besonders durch den Schulentwicklungspreis befördert wurde.

Neben der Unterrichtsqualität werden von der Schulpreis-Jury Punkte wie Leistung oder Verantwortung bewertet. Erklärungsbedürftig ist der Punkt „Schule als lernende Institution“. Hier habe man dargestellt, „welche Evaluationsschleifen von Projekten“ durchlaufen werden, so Kubanek-Meis.

Ein Beispiel: Die Gesamtschule Barmen habe schon früh auf 65-Minuten-Schulstunden umgestellt. „Da waren wir noch nicht sicher, ob das Vorteile bringt“, sagt die Schulleiterin. „Jetzt will niemand mehr zurück zum alten Modell.“ Die Umstellung wurde durch zahlreiche Gesprächskreise mit Lehrern, Eltern und Schülern begleitet.

Neu ist auch die Öffnung der Klassenräume. „Viele Kollegen nutzen das gesamte Schulgebäude für ihren Unterricht. Es werden auch Gänge oder Nischen von Arbeitsgruppen besetzt“, sagt Bettina Kubanek-Meis. Durch das Auflösen der „starren Klassenstrukturen“ sollen die Schüler Selbstverantwortung lernen. Eine Stunde in der Woche werden alle Schüler außerdem in „Medienkunde und Medienethik“ unterrichtet.

Dem Besuch der Jury in der kommenden Woche sieht Kubanek-Meis gelassen entgegen: „Wir zeigen einfach, wie wir sind.“

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