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Historischer Markt: Gebäck wie aus dem Mittelalter

Historischer Markt : Gebäck wie aus dem Mittelalter

Am Beuler Bach wurden die Besucher in eine andere Zeit entführt.

Oberbarmen. Kirschmet, Landbier dazu ein Steak in Rittermarinade: Wer sich am Wochenende „Vor der Beule“ einfand, wurde Zeuge eines historischen Spektakels. Hier veranstaltete der „Kleingartenverein am Beuler Bach“ seinen dritten Mittelaltermarkt mit Handwerkskunst und Kulinarischem wie aus längst vergangenen Zeiten. Dieser hatte bei sonnigem Herbstwetter wieder hunderte Besucher nach Oberbarmen gelockt.

„Als Heerlager unter Waffen liegt unser Hauptaugenmerk auf dem Kriegshandwerk und dem permanenten Üben desselben,“ durfte erfahren, wer bei der „Fraternitas Belli“ vorbeikam. Mitglieder der lagernden Ritterschaft, einer interessengemeinschaft aus Witten, teilen die Liebe zum Hochmittelalter. „Außerhalb dieses Hobbies sind wir ganz normale Menschen mit ganz normalen Berufen und einem ganz normalen Leben,“ sagt Sandra Gerloff, Mitglied von Fraternitas Belli. Ihren Besuchern imponierte die Gruppe mit einem spannenden Schaukampf, bei dem verschiedene, altertümliche Waffengattungen zum Einsatz kamen. Hingucker waren auch die traditionellen Gewandungen der Kämpfer, von den Damen der Runde in Handarbeit hergestellt.

In den Zelten der Taverne „Zum fröhlichen Normannen“, kehrten derweil die Solinger „Pummelelfen“ ein. Mit ihren Liedern haben sich Margoi Plag und Regine Weiß alias Margolia van Rijn und Lidania de Brigata längst einen Namen in der Szene gemacht. Die meisten ihrer Lieder sind selbst geschrieben und erzählen Geschichten aus der Zeit der Ritter und Hexen. „Aber auch alte, teils fremdsprachige Volkslieder gehören zu unserem Repertoire.“

Gleich nebenan lockte Rudolf Sperling mit herrlich duftenden Quarkbällchen, Apfelkringeln und Krapfen. „Siedegebäck gab es schon lange vor dem Mittelalter“, weiß der gelernte Koch, Bäcker und Konditor. Als „Süßbäcker“ verbindet er den Beruf mit seiner Leidenschaft für Mittelaltermärkte. „In diesem Umfeld zu arbeiten ist toll. Wir alle sind Mitglieder einer großen Familie, die sich gegenseitig unterstützt.“

Besucher Rüdiger Mesch, ein Metbier in der rechten, einen Puddingkrapfen in der linken Hand, wirkte durchaus glücklich mit seinem allerersten Mittelaltermarktbesuch. „Das ist Geschichte zum Anfassen — und Probieren,“ fasst er zutreffend zusammen. Ob es eine Fortsetzung des Marktes im nächsten Jahr geben wird, muss der Kleingartenverein erst noch entscheiden. Fest steht aber: Die dritte Auflage des Mittelaltermarktes war ein voller Erfolg. „Wir sind zufrieden und die Händler sind es auch“, sagt Weija Bieding vom Organisationsteam.