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Gaswerk-Gelände wird zum Park: Vorher müssen die Altlasten weg

Gaswerk-Gelände wird zum Park: Vorher müssen die Altlasten weg

Das Areal des alten Gaswerks an der Wartburgstraße ist stark belastet. Ab Mai werden Tonnen verseuchter Erde abgetragen.

Wuppertal. Es ist eine fast vergessene Fläche an der Wupper: das Brachgelände an der Wartburgstraße. Vor gut zehn Jahren wäre hier, direkt hinter der Brücke Wasserstraße, beinahe mal ein Schwimmbad gebaut worden.

Nun steht fest: Das Areal bleibt unbebaut und soll zu einer Sport- und Grünfläche werden. Wie die Verwaltung allerdings gestern in der Bezirksvertretung Barmen erläuterte, muss zuvor noch aufgeräumt werden — denn der Boden des Geländes ist massiv belastet.

Der Grund: Auf der Brache stand einst ein Gaswerk, in dem von etwa 1846 bis 1911 aus Kohle Gas gewonnen hat. Bis in die 50er Jahre gab es noch zwei Gasometer, die über eine Fernleitung Gas aus dem Ruhrgebiet bezogen.

Untersuchungen in den 90er Jahren ergaben: Aus diesen industriellen Jahren sind in Boden und Grundwasser schädliche Chemikalien wie Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Benzol und Cyanide zurückgeblieben.

Damals war Schotter auf dem Gelände verteilt worden, um schädliche Stäube zu binden. Jetzt geht die Stadt den Altlasten richtig auf den Grund: Auf 2760 Quadratmetern wird der belastete Boden bis 4,50 Meter tief abgetragen und dazu das Grundwasser um einen Meter gesenkt.

Hinzu kommt: Damit die Schwebebahn unbeeinträchtigt am Gelände vorbeifahren kann, müssen drei Stützen zusätzlich gesichert werden. Damit und mit der Umleitung von Gas- und Wasserleitungen beginnen die Stadtwerke noch im April.

Im Mai ist dann der Abtransport der Altlasten geplant. Bis Ende September wird der verseuchte Boden durch frische Erde ersetzt. Der Boden wird mit Lastwagen über die Wartburgstraße und den Brögel vom Gelände gefahren. Die Anwohner — sie wurden per Broschüre von der Stadt informiert — haben in jedem Fall mit Lärm zu rechnen.

Die Stadt versichert, vor Ort ständig die Schadstoffkonzentration zu messen. Um Staub und Dreck zu vermeiden, sollen die Laster bei der Abfahrt vom Gelände abgesprüht werden. Auch die Straßen um das Gelände werden regelmäßig gereinigt, kündigt die Stadt an. 2,15 Millionen Euro kostet die Sanierung — 80 Prozent davon kommen aus EU-Fördermitteln.