Freunde von Pop und Rock sind im Culture Club Barmen zuhause

Zukunftsfrage : Freunde von Pop und Rock sind im Culture Club Barmen zuhause

Der Verein hat sich räumlich vergrößert und bietet Musikern Platz zum Proben und für Auftritte.

. Das urige alte Ziegelsteingebäude gegenüber dem Gaskessel in Heckinghausen ist seit sechs Jahren ihre Heimat. Bis Ende 2009 probten die „Wupper-Krampen“ an der Hünefeldstraße. Als dort im „Hünefeld-Palast“ die Lichter ausgingen, wollten die vier Bandmitglieder das nicht als Ende gelten lassen und machten sich auf die Suche nach einer neuen Örtlichkeit als Proben- und Veranstaltungsraum. Mit dabei: Ronald Hahn (Gitarre und Gesang) und Stephan Freund–König (Saxophon und Gesang).

2012 fanden sie in einer Halle der ehemaligen Maschinenfabrik Köllmann passende Räume, bei den Verhandlungen über die Miete wurden sie schnell mit dem Eigentümer einig. Und damit alles schnell auf soliden Füßen stand, wurde der Verein Culture Club Barmen (CCB) gegründet. Seither haben sich darin vor allem Liebhaber von Pop-, Rock- und Beatmusik gefunden. Einige Monate wurden die Räume auf eigene Kosten renoviert. Mit viel persönlichem Einsatz wurden neue Fenster und Türen eingesetzt, Bühne und Ausstattung vervollständigt, ein Aufzugschacht entfernt und vieles mehr. „Ohne die Hilfe der Vereinsmitglieder hätten wir das nicht geschafft“, sagt Hahn dankbar.

Auch Sachspenden nahmen die Vereinsmitglieder dankend an. Die Getränketheke kam als Geschenk eines evangelischen Kirchenausstatters aus dem Sauerland und brauchte nur abgeholt werden. Der Einsatz hat sich gelohnt und bei den Veranstaltungen ist der Saal voll, erzählt Hahn. „Einmal monatlich gibt es hier eine Fete.“

Beschwerde beim Bauamt brachte weitere Bauarbeiten mit sich

An jedem dritten Freitag ab 20 Uhr steht eine Band auf der Bühne. Dann „steppt im CCB-Vereinsheim der Bär“ heißt es auf der Homepage. „Wir haben Anfragen aus dem gesamten Bergischen Land und darüber hinaus“, berichtet Stephan Freund-König. Die Gruppen spielen unentgeltlich und auch der Eintritt ist frei. „Wir sind ein nicht kommerzieller, gemeinnütziger Verein, und wollen keinen Gewinn machen. Gut ist, wenn Miete und Unkosten gedeckt werden“, erklären die Hobbymusiker. Interesse erweckt der Culture Club Barmen nicht nur bei der älteren Generation, sondern auch bei zahlreichen jungen Bands, die in den Vereinsräumen ihre ersten Konzerte spielen. Doch die Musik stieß in der direkten Nachbarschaft nicht nur auf Gegenliebe. Ein Anwohner hatte sich beim Bauaufsichtsamt über Lärm beschwert. Die Konzerte durften zwar aufgrund einer Sondergenehmigung stattfinden, doch die Fenster zur Wupperseite mussten aus Lärmschutzgründen zugemauert werden.

Wieder konnte der Verein auf die Hilfe und Unterstützung seiner Freunde und Förderer setzen. 600 Steine und viele Mörtelsäcke wurden geschleppt, um die Fenster zuzumauern. Die Decken wurden isoliert und auch zahlreiche Brandschutzmaßnahmen wurden umgesetzt. „Wie viele Stunden wir hier schon gearbeitet haben, können wir nicht zählen. Schweiß, Blut und Tränen stecken hier drin“, sagt Hahn. Belohnt wurden alle mit der Neueröffnung im September.

Und der CCB hat sich vergrößert. Im Untergeschoss wurden, zusätzlich zu den 190 Quadratmetern im Obergeschoss, weitere 80 Quadratmeter angemietet. Hier soll ein Salon entstehen, als weiterer Probenraum oder Rückzugsort während der Konzerte. Noch herrscht Baustellenflair, denn der neue Zugang führt demnächst durch einen Windfang. Dann geht es die Treppe hoch und man steht im Veranstaltungsraum vor der Bühne. Auf dieser Ebene wird der jetzige Eingang dann zum Notausgang. Zu mieten sind die Räume auch. Momentan unterstützen rund 270 Förderer den Verein, neue Interessenten sich willkommen. Ein Instrument zu spielen ist keine Pflicht, der Beitrag kostet 30 Euro im Jahr.

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