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Freude über „gelebte Heimatliebe“

Nächstebreck : Freude über „gelebte Heimatliebe“

Das Gipfelkreuz in Nächstebreck ist ein idyllischer Ort. Die Initiatoren haben ihn modernisiert.

Wer vom Mollenkotten in den Nächstebrecker Busch einbiegt und dann seine Wanderung in Richtung Haus Elfriedenhöhe fortsetzen will, der kommt nach rund 150 Metern oberhalb des Dorfes Bracken zu einem Plätzchen, das zu erholsamem Verweilen geradezu einlädt. Geschaffen hat diese Idylle Helmut Oberbossel (76), der zusammen mit seinem verstorbenen Freund, dem damaligen Jagdpächter Günter Feldhaus, schon 1995 das Fundament für die Rast mit fantastischem Fernblick über Langerfeld und Schwelm gelegt hat. Die wurde anno 1995, begleitet von markigen Klängen, intoniert vom Männergesangverein Bracken, eingeweiht.

Doch Witterungseinflüsse und der Zahn der Zeit nagten an Bank und Tisch, und ließen Helmut Oberbossel nicht ruhen. Der handwerklich geschickte einstige Weber transportierte den alten Tisch mit Unterstützung seiner Söhne Olaf und Jens und der zukünftigen Schwiegertochter Sandra in seine Werkstatt, wo er abgeschliffen, bemalt und nicht nur mit der eingeätzten Silhouette des von diesem Platz sichtbaren Panoramas, sondern auch mit ihren Namen und des Freundes Heinz Nau graviert wurde. Widerstandsfähig gemacht mit Bootslack gegen Regen, Frost, Hitze und Sturm erstrahlt der Tisch in neuem Glanz und wartet auf Picknicker, die sich auf die Mollenkotter Höhen zurückziehen möchten.

Über allem thront das Gipfelkreuz mit dem Signum „INRI“ und einem Original geschmiedeten Sargnagel, wie er in alten Zeiten an Bauernhäusern zusammen mit dem Trauerflor eingeschlagen wurde. Umrahmt ist das Ganze von einem Zaun. Auch die Stadt Wuppertal hat durch Sohn Olaf Oberbossel (Grünflächenamt) und Jens Oberbossel (Katasteramt) ihren Beitrag zu Wanderers Rast beigetragen. Jens Oberbossel hat mithilfe einer Punktwolke, einem Verfahren mithilfe von Raumkoordinaten, ermittelt, dass sich Gipfelkreuz, Bank und Tisch genau 301 Meter über Normal Null befinden.

Hermann Josef Richter, der Vorsitzende des Bürgervereins Nächstebrecker Bürgervereins, ist voll des Lobes über diese Privatinitiative: „Das ist gelebte Heimatliebe“, freut er sich über das ehrenamtliche Engagement seines Nächstebrecker „Landsmanns“.

Zum WZ-Termin brachte Helmut Oberbossel ein Holzschild mit, auf dem in humorvoller Reimform mahnende Worte an die Wanderer eingefräst worden waren. Sohn Jens versuchte derweil mühevoll, ein Loch zum Aufstellen des Hinweisschildes zu graben, wobei deutlich sichtbar wurde, dass sich das Fleckchen zur Erholung auf einem ehemaligen, inzwischen zugewachsenen Steinbruch befindet. Natürlich nutzt auch Helmut Oberbossel diese Oase der Ruhe selbst und steuert sie mit einem alten Fendt-Trecker an.