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Ende einer Tradition: Die Papeterie Mäurer macht Schluss

Ende einer Tradition: Die Papeterie Mäurer macht Schluss

1893 wurde das Unternehmen gegründet. Doch die Branche hat sich längst dramatisch geändert.

Barmen. Hätte die Papeterie Mäurer nicht schon frühzeitig auf den Wandel reagiert und sich auf hochwertige Schreibgeräte, exclusive Papiere und Lederartikel sowie Serviceleistungen spezialisiert, gäbe es das Geschäft an der Höhne schon längst nicht mehr. Doch nun gibt Ulf Jagals das Geschäft auf.

Ende einer Tradition: Die Papeterie Mäurer macht Schluss
Foto: privat

Ende März ist Schluss. Mit Wehmut, „denn da hängt viel Herzblut drin“, sagt der Ladeninhaber. „120 Jahre lassen sich nicht einfach so wegwischen.“ Immerhin wurde das Unternehmen im Jahr 1893 von seinem Urgroßvater gegründet. Und seine nun 88-jährige Mutter Ursula kennt das Geschäft selbst noch als kleines Kind, das auf der Ladentheke sitzend alles mitkriegte.

Auch die Kunden reagieren betroffen. Eine jetzt in der Nähe von New York lebende Wuppertalerin verleiht dieser Betroffenheit in einer Mail Ausdruck. „Ich bedaure sehr, dass es ihr exquisites Geschäft dann nicht mehr geben wird“, heißt es dort. Denn so manche Ideen für Geburtstagseinladungen blieben ebenso unvergessen wie spezielle Gravuren auf ausgewählten Schreibgeräten.

Doch genau solche Kunden sind nicht gerade zahlreicher geworden. Ulf Jagals hat eine lange Liste dieses Wandels: Die Jugend kauft vermehrt im Internet. Der Computer ersetzt fast alles, auch Zeichenplatten, Kartons und Tuschezeichner. Die klassische Grafik fiel der elektronischen Entwicklung zum Opfer.

Traditionellen Bürobedarf kaufen die Kunden im Versandhandel oder in Großmärkten. Die Kundenfrequenz ist seit Jahren rückläufig. Das Geschäft mit dem Künstlerbedarf läuft längst nicht so gut wie früher, als sich die Künstler bei Mäurer die Klinke in die Hand gaben. Ulf Jagals: „Das Geschäft hat unserer Familie immer Spaß gemacht, aber inzwischen ist es aus wirtschaftlicher Sicht leider nicht mehr tragbar. Es haut nicht mehr hin.“ Ein Zustand, der sich verschärft, wenn die Hersteller dazu neigen, eigene Geschäfte zu eröffnen.