Wuppertal: Ein Mann dankt seinen Rettern

Wuppertal : Ein Mann dankt seinen Rettern

Andreas Nonnenmacher sackte beim Tennis mit Herzstillstand zusammen. Mitspieler und Sanitäter retteten ihn

Barmen. Seit seiner Kindheit spielt Andreas Nonnenmacher Tennis. Jeden Dienstagabend zieht es den Augenarzt in den Barmer Tennisclub 1893, wo er mit seinen Sportkameraden „regelmäßig ein gepflegtes Doppel spielt“. So war es auch an einem Nachmittag Ende Februar — zunächst.

Nonnenmacher steht auf dem Tennisplatz an der Hatzfelderstraße, alles ist wie immer. „Ich habe mich ganz normal gefühlt“, erzählt er rückblickend. Es habe weder Anzeichen gegeben, noch habe er sich „irgendwie seltsam“ gefühlt. „Bis ich umgefallen bin“, sagt der 64-Jährige. Die spätere Diagnose: Herzstillstand.

Dass Andreas Nonnenmacher überlebt hat, verdankt er unter anderem seinem Mitspieler Fritz Figge. Der 64-Jährige betont: „Jeder kann in jeder Minute umfallen - Schutz gibt es nicht. Wichtig ist, dass die Leute drumherum nicht zögern und die Initiative ergreifen.“ Gerade dann, wenn es um Leben oder Tod gehe. Genau das tat Fritz Figge.

Andreas Nonnenmacher erinnert sich noch an seine Gedanken: „In Bruchstücken von Sekunden habe ich gedacht, es wäre zu Ende. Dass jemand ganz unbeschadet aus so einer Situation herausgeht, ist sehr ungewöhnlich.“ Ohne nachzudenken habe Fritz Figge reagiert, die Hand aufs Herz gelegt und anschließend gepumpt. Denn erleidet ein Mensch einen Herzstillstand, drohen innerhalb weniger Minuten irreparable Schäden, da das Hirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird.

Fritz Figge hat ein paar Mal im Rahmen eines Erste Hilfe-Kurses an einer Puppe geübt, zuletzt hatte es ihm ein Kollege im Tennisclub im Rahmen einer Saisoneröffnung gezeigt. Als er plötzlich das ungewöhnliche Zusammensacken seines Mitspielers beobachtete, eilte er sofort zu ihm. Es gelang ihm sogar, seinen Mitspieler noch aufzufangen, bevor der auf dem Boden landete. Dann begann er sofort mit der Herzdruckmassage.

Dadurch gelang es ihm, den Blutkreislauf des kollabierten Augenarztes aufrechtzuerhalten. Andreas Nonnenmacher: „Fritz Figge hat damit eine Kettenreaktion in Gang gesetzt. Für mich verlief alles sehr positiv und schnell.“ Zwei weitere Mitspieler, Peter Scholz und Werner Haupt, setzten umgehend einen Notruf über die 112 ab. Da der Notarztstandort Barmen nicht weit von der Tennisanlage entfernt ist, „waren der Notfallsanitäter Marcel Keller und Notarzt Henning Tüns blitzschnell vor Ort“, erzählt Andreas Nonnenmacher.

Mit einem Defibrillator gelang es den Experten, das Herz wieder in seinem normalen Rhythmus zu bringen. Woraufhin Andreas Nonnemnacher die Augen öffnete. So etwas hatte der am Einsatz beteiligte Feuerwehrmann Michael Wietoska in 16 Jahren im Rettungsdienst noch nicht erlebt: „Normalerweise bleiben die reanimierten Patienten selbst bei erfolgreicher Wiederherstellung des Herzrhythmus und Herzkreislaufs bewusstlos.“

Heute ist Andreas Nonnenmacher wieder stabilisiert. Doch die Nahtoderfahrung bleibt: „Sie lässt dich lernen, wo die Endlichkeit liegt“, sagt der Wuppertaler. Geblieben ist auch die Dankbarkeit gegenüber den Rettern. Vor kurzem fand ein Wiedersehen mit allen Lebensrettern im Barmer Tennisclub statt. „Wir haben uns ausgetauscht und den Vorfall noch einmal Revue passieren lassen.“

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