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Ein künstlicher Hügel soll altes Blei versiegeln

Ein künstlicher Hügel soll altes Blei versiegeln

An der ehemaligen Schießanlage wird noch bis Ende dieses Jahres gearbeitet.

Mollenkotten. Zum Hügel? „Das geht nicht, das ist Schwarzbereich“, erklärt der Arbeiter im Fachdeutsch. Sprich, nur mit entsprechender Schutzkleidung dürfte man die mit weißer Plane abgedeckte Anhebung betreten. So bleibt also nur der Blick aus sicherer Entfernung auf die Überreste der ehemaligen Schießanlage am Mollenkotten. Von den 1920er Jahren bis 2004 trainierten dort die Jäger, schickten Wurfscheiben in die Luft und zielten. Das Ergebnis: Über 45 Tonnen Bleischrott gelangten im Verlauf der acht Jahrzehnte in den Boden. Ein Erbe, mit dem sich jetzt die Stadt beschäftigen muss: Seit Anfang August wird das Gelände gegenüber dem Jagdhaus Mollenkotten saniert.

Vom Bunker am Rand schickten die Jäger die Scheiben los — bei einem wunderschönen Ausblick ins Grüne. Bis zu 250 Meter weit seien die Bleischrotreste geflogen, erklärt Hubert Leonard Nobis vom Städtischen Umweltschutz-Ressort. Gedanken, was das für das Gelände bedeutet, habe sich aber niemand gemacht, so Nobis, der aber betont: „Das war nie ein Thema, es gab ja auch Genehmigungen für die Jäger.“

Seit Anfang der 2000er Jahre seien aber Prüfaufträge für die über 50 Wurfscheibenschießanlagen in NRW herausgegeben worden. Für Wuppertal kam ein Gutachten der Landesbehörde zu dem Schluss, dass eine Gefährdung vorliege. „Das hier ist zum einen Quellgebiet, zum anderen Landschaftsschutzgebiet“, erklärt Nobis. Der Eigentümer des Geländes habe aufgrund der Ergebnisse den Jägern auch die Trainingserlaubnis entzogen (siehe Kasten).

Der belastete Bereich reicht etwa 25 Zentimeter tief. Bagger haben den Boden bereits zum Teil abgetragen. Das Material bildet nun den erwähnten Hügel. „Der wird aber noch verlagert“, erklärt Nobis. Rund fünf bis sechs Meter wird der Hügel hoch und etwa 10 000 Kubikmeter Erde aufnehmen. Dafür werden Kunststoffdichtungsbahnen angelegt, ähnlich wie bei den Sanierungen der ehemaligen Deponien in der Stadt wie Kemna oder am Deutschen Ring. Die Arbeiten am Mollenkotten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die abgetragene Fläche wird anschließend wieder begrünt, das abgeholzte Waldstück wieder aufgeforstet. „Die Bäume haben sich leider nicht retten lassen“, so Nobis.

Das Blei sei, so Nobis, gerade in diesem Bereich am Mollenkotten ein Problem. „Das Wasser konnte durch die belastete Fläche praktisch ungehindert in den Wald ablaufen.“ Von den Nachbargrundstücken sei aber nur eins überhaupt mit betroffen gewesen.

Die Sanierung in Wuppertal kostet etwa 500 000 Euro, die zu 80 Prozent vom Land NRW gefördert werden. Die Arbeiten werden aber auch von anderen Städten mit Interesse beobachtet: Die Anlage am Mollenkotten ist eine der ersten, die saniert wird.