Ein buntes Regenschirm-Meer eröffnet das Ringel-Denkmal

Ein buntes Regenschirm-Meer eröffnet das Ringel-Denkmal

Die Sanierung des Ringel-Denkmals ist abgeschlossen. Auch das Plateau ist wieder begehbar.

Barmen. Das schlechte Wetter konnte sie nicht abhalten: Am vergangenen Freitag trafen sich auf Initiative des Barmer Verschönerungsvereins (BVV) 150 Besucher in den Barmer Anlagen, die — wie Oberbürgermeister Jung es ausdrückte — das Ringel-Denkmal wieder in Besitz nahmen. „Ringel ist nicht nur ein Denkmal, sondern Ausdruck von Geist und Haltung in Wuppertal. Was das bürgerschaftliche Engagement betrifft, ist Wuppertal keine arme, sondern eine reiche Stadt“, lobte Oberbürgermeister Peter Jung die Solidarität in unserer Stadt.

Das für Ludwig Ringel, dem Begründer zahlreicher gemeinnütziger Stiftungen, um 1885 errichtete Denkmal erlitt um 1900 erste Zerstörungen, etwa die der Gedenktafel für den Erbauer Carl Winchenbach. Nach dem zweiten Weltkrieg war das marode Denkmal dann weitestgehend verfallen und baufällig. Im zweitgrößten Privatpark Deutschlands konnte nun mit dem Ringel-Denkmal eines der wohl markantesten Bauwerke in den Barmer Anlagen nach monatelangen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten feierlich in neuem Glanz erstrahlend der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Rüdiger Hofmann, Leiter des Arbeitskreises, hat mit versierten Handwerkern, wie etwa Gotthard Geisler und Fritz Braukmann vom Unternehmen Concret, in liebevoller Detailarbeit dem legendären Bauwerk neues Leben eingehaucht.

So dokumentieren beispielsweise neue Tafeln aus Ruhrsandstein die Geschichte des Denkmals. Die braunrote Granittafel mit einem Reliefbild Ringels in Bronze dokumentiert die Dankbarkeit der Stadt Barmen. Desweiteren wurden Fugen geöffnet und Undichtigkeiten behoben sowie die äußeren Hänge vor Erosion geschützt. Außerdem ist das Plateau nun wieder begehbar und eignet sich für kleine Veranstaltungen, wie André Bovenkamp, stellvertretender Vorsitzender des Barmer Verschönerungsvereins den Besuchern mitteilte. „Ringels Vision hat maßgeblich zur Erschließung des Tals beigetragen und eine grüne Landschaft für die Bevölkerung geschaffen. Dies wird durch das Denkmal, das nun nachhaltig saniert wurde, noch einmal gewürdigt“, so BVV-Vorsitzender Peter Prange.

Möglich wurde diese umfangreiche Restaurierung vor allem durch Spenden — insbesondere der Ilselore-Luckow-Stiftung — und Veranstaltungen, die der Barmer Verschönerungsverein organisiert hatte. 75 000 Euro kamen so zusammen. Außerdem wurde das in unmittelbarer Nähe stehende Dörpfeld-Denkmal im Zuge der Sanierungsarbeiten mitgestaltet, wie Prange mitteilte. Unter den Zelten wurde auch nach der Enthüllung der Gedenktafeln von zahlreichen Besuchern bei strömendem Regen Erbsensuppe und Glühwein weiter gefachsimpelt.

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