Die Straßenreinigung zieht ins Barmer Rathaus ein

Die Straßenreinigung zieht ins Barmer Rathaus ein

Wo einst Taschen, Tabakwaren und zuletzt Textilien verkauft wurden, treffen sich bald ESW-Mitarbeiter zum Dienst.

Barmen. Einzelhandel ist Geschichte, Dienstleistung die Zukunft. Zumindest am Johannes-Rau-Platz, direkt am Rathaus Barmen. Wo früher Lederwaren, Waffen, Zigaretten und zuletzt Modeartikel den Eigentümer wechselten, soll künftig ein Standort des städtischen Straßenreinigungsbetriebs (ESW) sein.

„Von der Einzelhandelsnutzung haben wir uns an dieser Stelle verabschiedet“, sagt Thorsten Wagner vom Gebäudemanagement der Stadt. Er ist für die Vermarktung der von der Stadtverwaltung nicht benötigten Flächen in den Gebäudetrakten des Barmer Rathauses zuständig.

Die Lage des Ladenlokals gleich links vom Eingang des Rathauses bezeichnen Immobilienexperten als 1B. Das klingt in diesem Fall besser, als es ist. „Zu wenig Laufkundschaft“, nennt Wagner als Begründung dafür, dass für das seit einiger Zeit leerstehende Ladenlokal kein Mieter mehr gefunden werden konnte. „Es gibt niemanden, der das Risiko eingehen will, dort zu investieren.“

Nun will das Gebäudemanagement aus der Not eine Tugend machen: „Mit der Stadtspitze haben wir vereinbart, dass wir die Fläche, wo früher unter anderem der Tabakladen Mettner war, dem ESW zuschlagen“, erklärt Wagner.

Die Idee ist, die Straßenreiniger dezentraler als bisher unterzubringen. Heute müssen die Mitarbeiter des städtischen Betriebs zum Klingelholl nach Barmen, um von dort aus zu ihren Einsatzorten zu fahren. Durch eine dezentrale Organisation lässt sich die Arbeitszeit effektiver nutzen, weil die Anfahrt vom Klingelholl in die Barmer Innenstadt entfällt.

Das Problem der Fläche als Einzelhandelsstandort ist auch Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke nicht verborgen geblieben. „Das ist wirklich kein guter Kundenlauf“, sagt er. Er hätte sich gut vorstellen können, dass das Rathaus seinen Infostand aus dem Foyer in das Ladenlokal verlegt. Denn an der Informationszentrale gingen die meisten Rathaus-Besucher bisher achtlos vorüber.

Diese Nutzung ist mit den Plänen des Gebäudemanagements aber zumindest vorläufig ausgeschlossen. Die Räume werden demnächst für die ESW umgebaut. Wie lange genau das dauert, kann Thorsten Wagner nicht sagen. Aber sicher ist, dass die Straßenreiniger noch im Frühjahr ins Rathaus ziehen.