Der Pflasterstrand ist gerettet

Das Musikfestival stand auf der Kippe, immerhin eine Ausgabe gibt es diesen Sommer — wieder draußen und kostenlos.

Barmen. Wenn sich der Geschwister-Scholl-Platz in ein großes Wohnzimmer verwandelt, ist Pflasterstrand-Zeit in Wuppertal: Am Samstag, 9. Juli, jährt sich das Open-Air-Festival zum sechsten Mal. Los geht es um 15 Uhr und es dauert vier Stunden. Musikalisch ist nahezu alles erlaubt — vorausgesetzt, es ist akustisch, das heißt überwiegend strominstrumenten-frei und „straßenmusik-tauglich“.

Das Line-Up bilden aus der Region stammende Künstler aller Altersklassen: Die Gruppen Belakongo, Smokebox, Brothers, Franzi Rockzz & Band und Matter of Time plus Special Guests. Darunter die vier Solisten Marek Forreiter, Evan Freyer und Joshua Castner. Allesamt bekannt von Konzerten im Haus der Jugend, dem Pflasterstrand oder dem Schwesterprojekt Grenzland. „Insgesamt sind damit drei unserer Projektbereiche an einem Tag zu sehen, die erstmals in einer Veranstaltung ineinandergreifen“, sagt Veranstalter Dirk Jessewitsch vom Haus der Jugend Barmen. „Das wird eine lockere, familiäre Atmosphäre.“

Wie in den Vorjahren können es sich die Besucher mit Sofas, Bistro-Tischen und kalten Getränken vor der kleinen Bühne gemütlich machen. Der Eintritt ist wie gewohnt frei. Alle Bands treten jeweils 30 Minuten lang auf. Die Solisten spielen ein bis zwei Stücke. In den Umbaupausen hält die Moderation die Festival-Besucher bei Laune. „Wir hoffen auf feinstes Wetter“, sagt Dirk Jessewitsch. Bei Regen finden die Konzerte im Foyer des Hauses der Jugend, Geschwister-Scholl-Platz 4-6, statt. Das Außengelände, die Toiletten und die Bar sind komplett barrierefrei zugänglich. Das Foyer des Hauses der Jugend ist mit dem Aufzug erreichbar.

Im Anschluss an das Festival geht es weiter mit Musik im Live Club Barmen. Hier spielen — allerdings gegen Eintritt — Pristine aus Norwegen. Im Vorprogramm treten, wie zuvor auf dem Vorplatz, Smokebox auf — diesmal elektrisch. Die Idee zum Pflasterstrand kam den Veranstaltern im Jahr 2011: „Der ursprüngliche Gedanke war, dass uns die Straßenmusik hier in Wuppertal viel zu langweilig vorkam“, erinnert sich Dirk Jessewitsch. „Wir helfen den Bands, sich als Straßenmusiker zu betätigen, indem wir sie mit Instrumenten auftreten lassen, die ebenso gut in der Fußgängerzone funktionieren.“

Es ist der einzige Pflasterstrand in diesem Jahr, die Veranstalter sehen das aber schon als einen Erfolg an: „Es ist uns trotz fehlender Zuschüsse gelungen, für 2016 einen Pflasterstrand auf die Beine zu stellen“, sagt Dirk Jessewitsch erfreut, der auf den Fortbestand des Festivals hofft. „Wir bemühen uns um finanzielle Hilfe vom Land, damit der Pflasterstrand im nächsten Jahr wieder stattfinden kann.“

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