Wuppertal : Der Pavillon kommt weg

Anwohner diskutieren im Park am Klaus-Brauda-Weg mit der Stadt über eine Neugestaltung der Fläche.

Wichlinghausen. „So viel Entgegenkommen erleben wir selten.“ Mit diesen Worten fasste CDU-Bezirkspolitiker Burkhard Rücker die Bürgeranhörung zum sogenannten Klaus-Brauda-Park zusammen. Nach knapp einer Stunde teils heftiger Diskussionen waren die rund 30 Anwohner, die zu dem von der Stadt organisierten Austausch gekommen waren, mit der Verwaltung zu einer Einigung gelangt. Der Pavillon kommt weg und ein großer Baum möglicherweise auch. Nun werden die Gestaltungspläne für die Grünfläche überarbeitet und der Bezirksvertretung (BV) Oberbarmen in der April-Sitzung zur Entscheidung vorgelegt.

Eigentlich hätte die BV die Umgestaltung des Parks schon vergangene Woche beschließen sollen. Das Grünflächenamt hatte bereits konkrete Pläne präsentiert. Doch wegen des ausstehenden Vorort-Termins mit den Anwohnern wurde die Entscheidung vertagt. In ihrer Kritik an den Baumaßnahmen ging es den Bürgern weniger um optische als um sicherheitsrelevante Veränderungen im Park. Denn bislang, so beklagten sie, nutzten Jugendliche das verborgen gelegene Areal hinter dem Altenheim Am Diek als Treffpunkt und Drogenumschlagplatz.

„Die Lärm- und Geruchsbelästigung ist unbeschreiblich“, betonte wiederholt Frank Scharpenack, Sprecher der Anwohner. Regelmäßig würden die Nachbarn die Polizei rufen - „aber niemand kommt“. Eine Anwohnerin warf verärgert ein, sieben Mal die 110 angerufen zu haben — ohne dass dann eine Streife gekommen sei. Diesem Vorwurf konnte Bezirkspolizist Waldemar Zuber nicht viel entgegenhalten.

Ralf Wolters vom Ordnungsamt erklärte aber, dass grundsätzlich allen Beschwerden nachgegangen werde. Er appellierte an die Anwohner, das Ordnungsamt bei intensiver Lärmbelästigung umgehend zu verständigen. „Im vergangenen Jahr hatten wir hier aber nur vier Einsätze“, berichtet er. Mehr Anrufe seien bei seinem Team nicht eingegangen.

Um es gar nicht erst mehr so weit kommen zu lassen, dass die Ordnungskräfte ausrücken müssen, erarbeiteten Verwaltung und Anwohner in nur einer knappen Stunde eine Lösung: Der Pavillon, unter dem sich die jungen Leute treffen, wird abgebaut.

An seine Stelle soll entweder eine Stele kommen, die dem künftigen Namenspatron des Parks — im Gespräch sind neben Klaus Brauda auch August Mittelsten Scheidt und Willy Halstenbach (die WZ berichtete) — gewidmet werden soll, oder ein hochgewachsener Baum.

Dafür könnte ein anderer Baum am Eingang des Parks gefällt werden, damit Polizei und Ordnungsdienst mit dem Auto Patrouille fahren können. Zudem wenden sich die Anwohner während der Dienstzeiten des Ordnungsamtes direkt an die dortigen Mitarbeiter.