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Der kunterbunte Kinderkeller ist geschlossen

Der kunterbunte Kinderkeller ist geschlossen

Nach Jahrzehnten der Kinderbetreuung am Marper Weg 6 schließt die Tagesmutter für immer ab.

Lichtscheid. Ein Kreis schließt sich: 1998 hat Erzieherin Carola André-Spittler die Kindergarteninitiative Ronsdorf verlassen, um als Tagesmutter ihren Kindern nahe zu sein, am 1. August geht sie genau in diese Kindertageseinrichtung als Erzieherin zurück.

Dazwischen hat die Tagesmutter 16 Jahre lang 64 Kinder in ihrem „kunterbunten Kinderkeller“ am Marper Weg betreut. Jetzt haben ihre eigenen Söhne Abitur. „Sie brauchen mich jetzt eher am Abend als am Morgen“, sagt Carola André-Spittler. Deswegen hat sie am Donnerstag das letzte Mal ihre fünf Tageskinder verabschiedet und zahlreiche ehemalige Tageskinder zum Abschiedsfest begrüßt. Ein wenig schade sei es schon, „aber es ist auch Zeit, wieder mit Kollegen zusammenzuarbeiten.“ Und als ihr alter Kindergarten auch noch eine Stelle frei hatte, stand der Entschluss fest, wieder zurück zu gehen.

Damit endet eine Ära: Vor Carola André-Spittler hat „Frau Wilhelm“ jahrzehntelang Kinder in dem Raum betreut. Dass André-Spittler den Raum übernahm, hat sie den richtigen Kontakten zu verdanken. „Der Mann von Frau Wilhelm war der Grundschullehrer meines Mannes.“ Der hat Thomas Spittler immer beobachtet, gerade als er eine Erzieherin geheiratet hat. Als Frau Wilhelm dann mit 70 Jahren in Rente ging und auszog, schlug sie ihrem Vermieter allein die Familie Spittler als Nachmieter vor — mit dem Versprechen, dort weiter Kinder zu betreuen.

Trotzdem dachten die Spittlers erst ein wenig nach: Denn ihr Sohn war gerade fünf Monate alt und die Familie war kurz vorher umgezogen. Dann schlugen sie doch zu. „Wir hätten uns sonst wahrscheinlich noch lange geärgert, nicht in dieses Haus gezogen zu sein.“

Am gestrigen Donnerstag ist dann doch das vorerst letzte Kind aus dem Kinderkeller ausgezogen. Und die Pläne sind da: Ihre Jungs wollen einen Partykeller, ihr Mann eine Fahrradwerkstatt. „Aber ich habe lang genug hier gearbeitet, ich entscheide, was hier hinkommt“, sagt sie lachend. Und das wird ein Billardzimmer.