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Der Bob Campus in Oberbarmen feiert virtuelles Richtfest

Quartiersprojekt : Der Bob Campus in Oberbarmen feiert virtuelles Richtfest

Das Quartiersprojekt „Bob Campus“ in Oberbarmen verzeichet bauliche Fortschritte. Schon vor einem Jahr sollte Richtfest sein. Jetzt war es soweit.

Etwas ungewohnt muss es ihm mit Sicherheit vorgekommen sein, als Zimmermann Frank Wangler auf dem Oberbarmer „Bob Campus“ den Richtspruch sprach. Anstelle vieler Augen waren Kameras auf ihn gerichtet, die das Richtfest des Stadtteilprojekts ins Internet übertrugen. Denn auch dieses Fest musste in den virtuellen Raum verlegt werden. So war auf der Wuppertaler Streaming-Plattform „Stew One“ zu sehen, wie das symbolische Glas auf dem Grund der Baustelle zu Bruch geworfen wurde.

Ginge es nach den Beteiligten, so hätte der Anlass eine reelle Bühne verdient gehabt. Ohnehin hatte man zwischen Krühbusch und Max-Planck-Straße nicht gerade viel Glück; schließlich sollte bereits vor fast genau einem Jahr das Richtfest auf dem ersten fertiggestellten Dach des Geländes gefeiert werden. Der Lockdown machte einen Strich durch diese Rechnung. Nun sind alle Dächer auf dem Campus bereit, und das Fest wurde eben für das gesamte Areal gefeiert, auf dem bald ein gemeinschaftliches Quartiersprojekt entstehen soll.

Neben Wohnungen wird es auch Räume für die Kita des CVJM und für die Max-Planck-Realschule geben sowie einen Co-Working-Space und Geschäftsflächen, alles umrahmt von Nachbarschaftspark, Viertelsküche und Treffpunkten. Johanna Debik ist Vorständin der Montag Stiftung Urbane Räume, deren Projekt der Campus ist. Sie dankte vor allem jenen, die an den Bauarbeiten mitgewirkt haben: „Dieses Fest ist euch gewidmet.“

Die beteiligten Handwerksleute wohnten dem Richtfest coronakonform an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen bei Speis und Trank bei. Debik zeigte sich „stolz auf das, was wir bisher zusammen geschafft haben“, die Arbeit verdiene „unseren ganzen Respekt“.

Im kommenden Herbst sollen die ersten Wohnungen bezogen werden. Die Kita-Kinder werden voraussichtlich in einem Jahr auf dem Campus einziehen, und mit ihnen, so Debik, „ehrlich gesagt auch der ganze Stadtteil“. Denn die 5500 Quadratmeter sollen vielfältig genutzt werden und für Vernetzung im Quartier sorgen.

Das stellte auch Heiner Fragemann in seinem Grußwort heraus. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt befand: „Man sieht nun immer mehr von diesem herausragenden, städtebaulichen Projekt.“ Mit Verweis auf die Firma Bünger Oberbarmen (BOB), die dem Projekt den Namen gibt und hier bis 2012 Bänder und Senkel produzierte, lobte Fragemann die Vision einer „kreativen Gemeinschaft.“

Er unterstrich den solidarischen Ansatz der Verantwortlichen auf dem Campus: „Wir haben es hier nicht mit einem anonymen Investor oder gar einer Heuschrecke zu tun. Das Gegenteil ist der Fall.“ Der Bürgermeister attestiert dem Projekt „Strahlkraft für die ganze Stadt“, weshalb es ein guter Tag für das „zuweilen unterschätzte Oberbarmen“ und für Wuppertal sei.

Das virtuelle Richtfest wurde mit einem zuvor aufgenommenen Rundgang über die Baustelle abgerundet. Marc Hübert und Alina Davids aus dem Architekturbüro „Raumwerk“ in Köln erläuterten Eigenschaften der Gebäude. So wird etwa bei der Fassade mit lichtdurchlässigem Material gearbeitet, um „Licht bis ins Innere des Gebäudes zu bekommen.“ Die historischen Mauern der Wohngebäude wurden genauso wenig verändert wie die Optik der charakteristischen Shed-Hallen. Hübert erklärt zudem: „Alle Gebäudeteile werden barrierefrei erschlossen sein.“