Butan-Gelände in Wuppertal: Eigentümer sucht Nachfolgenutzung

Wuppertal: Butan-Gelände: Eigentümer sucht eine Nachfolgenutzung

Möglicherweise könnte es dort auch wieder einen Club geben. Zeitdruck sieht der Besitzer Rüdiger Braune aber nicht.

. Am 25. Dezember ist Schluss im Butan. Der Club an der Straße Auf der Bleiche schließt seine Pforten (die WZ berichtete). Wie es dort weitergeht, ist noch offen. Rüdiger Braune, der Gründer und Erbauer des Clubs, kann sich vorstellen, dass er dort wieder einen Club eröffnet.

Wann das passieren wird und in welche Richtung es gehen wird, sei aber noch völlig offen. Unter Zeitdruck sieht sich Braune nicht. „Ich wünsche mir vor allem eine nachhaltige Lösung.“

Ihm gehört ein rund 4000 Quadratmeter großes Areal dort. Der ehemalige Gianna-Nannini-Trommler nennt es sein „Lebenswerk“. Braune setzte seine Ideen um und baute dort großteils mit eigenen Händen die ehemalige Fleischfabrik in eine „Musikwelt“ um.

Club-Betreiber Tobias Wicht
hatte schon im März gekündigt

Gut zwei Drittel macht der riesige Proberaum-Komplex „Oxtor“ aus, ein Drittel das Butan, das gut 20 Jahre dort seine Heimat hatte. Braune und Clubbetreiber Tobias Wicht waren in den Anfangsjahren Geschäftspartner für das Butan. 2006 zog sich Braune aufgrund von zwischenmenschlichen Unstimmigkeiten raus, wie er sagt, und reduzierte das Verhältnis „auf die reine Vermietertätigkeit“.

Braune wehrt sich gegen die vermehrte Kritik, dass er für die Schließung des Butan Clubs verantwortlich sei. Tobias Wicht habe den Pachtvertrag bereits im März 2018 aus eigenen Stücken gekündigt. Dass es nun heiße, die Schließung zum Ende des Jahres käme überraschend und aus heiterem Himmel, „ist eine Verzerrung der Wahrheit und entspricht nicht den Tatsachen“, so Braune.

Keine Einigung über Vertragsmodalitäten

Nach der Kündigung habe Wicht verschiedene Änderungswünsche für einen neuen Pachtvertrag geäußert. Die seien laut Braune mit Hilfe eines Anwaltes in einem neuen Vertragsentwurf berücksichtigt worden. Man sei verhandlungsbereit gewesen.

Jedoch kam es laut des 65-Jährigen ohne weitere Verhandlungen, zu einer Ablehnung von Wicht. Am 1. September habe dieser dann, zur Überraschung Braunes, über Facebook die Schließung des Butan bekannt gegeben.

Wicht bestätigt gegenüber der WZ, dass er im März selbst fristgerecht gekündigt habe. „Ich hatte Änderungswünsche für den Vertrag.“ Es sei weniger über die Miethöhe als unter anderem um Haftungsfragen gegangen, alles hätte zeitgemäßer festgelegt werden sollen.

„Die Diskothekenlandschaft hat sich verändert.“ Im neuen Entwurf seien diese Wünsche aber aus seiner Sicht auch nicht berücksichtigt worden. Er habe damit gerechnet, dass es zu einer Einigung mit Braune komme. Dass dies nicht funktionierte, „kam für mich dann schon überraschend“.

Braune hingegen sieht sich nicht als Ursprung des vertraglichen Endes. In den vergangenen Jahren seien die verschiedenen Pachtverträge durchaus entgegenkommend und mieterfreundlich ausgefallen, so der Eigentümer. Der neue Vertrag hätte mit klaren Formulierungen Unstimmigkeiten in Zukunft verhindern sollen. Wicht sieht das anders und verweist noch einmal auf das Thema Haftung.

Im Ergebnis steht fest: Die Geschichte des Butan in Heckinghausen endet nach Weihnachten. Name und Logo werden verschwinden, die Rechte daran besitzt Wicht, auch wenn Braune nach eigener Aussage auf den Namen - in Anlehnung an den benachbarten Gaskessel - gekommen sei und auch für das Design einst verantwortlich war.

Unter dem Label Butan wird es allerdings ab 2019 Veranstaltungen geben, kündigt Wicht an. Auch in Wuppertal? „Das wird sich zeigen“, so der 40-Jährige. Er hat die gesamte Region im Blick, allerdings ohne einen festen Standort.

Dem Butan-Betreiber gehören aktuell noch 1650 Quadratmeter Fläche direkt am Clubgelände, die Wicht vor mehr als zehn Jahren von der Deutschen Bahn erwarb, unter anderem Parkplätze. Diese stehen zum Verkauf. Nach WZ-Informationen haben Betriebe in der Nachbarschaft bereits Interesse bekundet.

Auch Braune gehört dazu. Wie er betont, sei er aber nicht unbedingt auf diese Flächen angewiesen. Er habe einige Ideen für eine Nachfolgenutzung des Clubs. „Und einige davon funktionieren auch ohne diesen Parkplatz.“