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Bundesweiter Digitaltag soll Menschen aus der Einsamkeit holen

Aktion : Bundesweiter Digitaltag soll Menschen aus der Einsamkeit holen

Die bundesweite Aktion bietet die Möglichkeit zum generationsübegreifenden Austausch.

Zwar finden die digitalen Austauschrunden eigentlich montags ab 16 Uhr statt, doch diesmal hatte Lothar Dröse, Leiter der Kolpingsfamilie Wuppertal, am Freitag schon für 14 Uhr zum virtuellen Plausch eingeladen. Der Grund: Der bundesweiter Digitaltag, der in diesem Jahr schon zum zweiten Mal  online stattfand und ein wichtiger Schritt ist, Menschen aus ihrer (nicht nur coronabedingten) Einsamkeit zu holen.  „Und zwar generationsübergreifend, barrierefrei und auch für Anfänger einfach“, wie Andreas Romano von der Engagementförderung der Gemeinde St. Antonius betont.

Ein zwangloser Austausch, bei dem sich die Gesprächsteilnehmer über alle sie bewegenden Themen unterhalten können. Wer sich einschaltet, hebt die Hand, wenn er etwas zur Unterhaltung beitragen will. Und dabei werden durchaus auch Fragen zu einem problemlosen Umgang mit der Technik behandelt und beantwortet. „Die Lernkomponente soll nicht zu kurz kommen“, so Dröse, der auch darauf hinweist, dass nicht nur Laptop und  Computer erforderlich sind, um – wo auch immer – am Gespräch teilzunehmen. „Es geht auch mit dem Handy“, erfahren wir.

Rhododendron entpuppt
sich als Gemälde

Eine Art der Kommunikation, die sich steigender Beliebtheit erfreut, wie man beim Blick auf den Bildschirm feststellen kann, denn nach und nach erschienen immer neue Köpfe So vermittelte Wolfgang König aus der Oberbarmer Kirchengemeinde St. Johann Baptist den Eindruck, im Garten vor einem blühenden Rhododendronbusch zu sitzen, zeigte aber dann schmunzelnd die heimische Schrankwand als realen Hintergrund. Pater Thomas von St. Antonius schien gütig lächelnd mitten in „seiner“  Kirche zu thronen, während am Altar Messdiener ihren Dienst versahen. Gleichfalls eine optische Illusion. Aus Köln Porz hatte sich Michael Mihm zugeschaltet, der dem Kolping-Diözesanverband angehört und von seiner Kollegin Bernadette Streit gebeten wurde, sich einzuklinken.

„Man kommt ins Gespräch und lernt auch, zuzuhören“, so Lothar Dröse, der auch die bisweilen auftretenden technischen Probleme souverän löste. „Wie bei normalen Gesprächsrunden gibt es auch hier Schwierigkeiten, wenn alle durcheinanderreden“, stellt er gelassen fest.

„Ich habe rund 50 bis 60 Adressen, an die ich die Einladungen mit einem Link für die Teilnahme schicke“, schildert er die Vorbereitung auf die digitalen Kaffeekränzchen, bei denen Neuankömmlinge willkommen sind.

„Es geht uns darum, die Menschen dort zu erreichen, wo sie sind“, sagt Andreas Romano, der auch darauf hinweist, dass es jeder und jedem frei steht, sich mit eigenen Ideen einzubringen.

Die Geschichte des „digitalen Cafés“ begann vor drei Jahren mit einem Informationsgespräch für Senioren, denen der fachgerechte Umgang mit Handy, Laptop  und Computer nähergebracht wurde. „Damals noch im Kolpinghaus mit persönlicher Präsenz“, erinnert sich Dröse. Als das Interesse zu erlahmen drohte, brachte Andreas Romano neues Leben in das Format und fand damit auch die Zustimmung von Barmens Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke, der spontan die Schirmherrschaft übernahm. Unter der Leitung von Lothar Dröse und Andreas Romano wurde das Format ein solcher Erfolg, dass die Caritas ihm den Elisabeth-Preis verlieh und das Café Digital als „Best Practice“ ausgezeichnet wurde.

Wer gern (kostenfrei) teilnehmen möchte, wende sich an droese@wtal.de (Tel. 0202 707368 oder an a.romano@antonius-wuppertal.de (Tel. 9746027).