Brauerei Bremme: Nur die Fassade bleibt

Brauerei Bremme: Nur die Fassade bleibt

Die Reste der ehemaligen Brauerei werden derzeit entkernt. Dort könnten Loft-Wohnungen entstehen.

Heidt. Die Spuren lassen sich nicht verbergen. Ein altes Bild des Firmengründers Carl Bremme flatterte den Arbeitern hinter einem Schrank entgegen. „Und aus einem Schuttberg ragte sogar noch eine alte Bremme-Bräu-Flasche hervor“, erinnert sich Peter Ritting von der GWG. Das Andenken nahm er gerne mit, schließlich dürfte die Flasche einige Jährchen auf dem Buckel haben. Ende der 1990er Jahre war das Bier endgültig aus dem Handel verschwunden. Gebraut wurde schon seit 1992 nicht mehr in Wuppertal.

Ein Teil der Brauerei machte bereits dem Edeka-Markt Platz, der Ende vergangenen Jahres eröffnete. Die noch bestehenden, zum Teil denkmalgeschützten Gebäudeteile werden derzeit durch die GWG entkernt. Zuletzt nutzte eine Firma für Veranstaltungstechnik einen Teil des Areals.

„Viel Geld muss hier einmal im Spiel gewesen sein“, vermutet Bauleiter Frank Berghoff beim Gang durch die hallenähnlichen Räume, angesichts der sechs großen Tresore, die zum Teil in die Wände eingelassen sind. Besonders verziert sind vor allem die beiden Safes in ehemaligen Chefbüros. „Einen Schatz haben wir hier aber nicht mehr gefunden.“ Dafür viel Glas: Eine bis zwei Tonnen mussten entsorgt werden.

Etwa ein Jahr werden die Arbeiten wohl dauern. Wie geht es dann weiter? „Gute Ideen sind gefragt“, sagt Gerhild Gössing von der GWG und blickt sich in den großen, kaum unterteilten Räumen um. Sie könnte sich zum Beispiel Loft-Wohnungen vorstellen.

Bis dahin bleibt aber noch einiges zu tun. Was passiert zum Beispiel mit den dicken Stahlträgern, die es in fast jeder Etage gibt? „Die waren früher notwendig, als hier noch die Wassertanks standen“, erklärt Ritting. Drei Stück gab es für die hausinterne Wasseranlage, der größte im Obergeschoss fasste etwa 100 000 Liter. Doch dessen letztes Stündlein hat geschlagen: Er wird derzeit zerlegt.

Eine neue Nutzung wird auch für den riesigen Tiefkeller gesucht, der zuletzt — man ahnt es — Proberäume beherbergte. „Schauen Sie sich doch nur einmal dieses schöne Ziegelgewölbe an“, schwärmt Ritting.

Mit sechs bis acht Arbeitern ist die GWG seit Ende Mai vor Ort. Das sorgt auch für Sicherheit. „Vorher gab es hier ziemlich viel Vandalismus“, erinnert sich Ritting. Selbst, als die Baustelle schon eingerichtet war, hielt das Kupferdiebe nicht ab. Doch mittlerweile ist Ruhe eingekehrt.

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