Bob Wuppertal - Ein Campus für die Gemeinschaft

Großprojekt : Ein Campus für die Gemeinschaft

Neunutzung für ehemalige BOB-Textilfabrik ist in Planung. Beteiligung wird gewünscht.

. Direkt an der Nordbahntrasse gelegen soll die ehemalige Bünger BOB-Textilfabrik bis 2021 in den sogenannten BOB-Campus umgewandelt werden. Laut federführender Gesellschaft, der „Urbane Nachbarschaft BOB gGmbH“, soll es ein Ort der Gemeinschaft, der Bildung, der Teilhabe und des Wohnens werden. Das jetzige BOB-Areal auf rund 6300 Quadratmetern Grundstücksfläche besteht aus einer dreistöckigen Fabrikhalle, zwei kleineren Shedhallen und gründerzeitlichen Wohnhäusern, den „Krühbusch-Höfen“ und einer Freifläche.

Verschiedene Nutzungen für die rund 5500 Quadratmeter Nutzfläche in den zukünftigen Gebäuden sind angedacht. Am Donnerstag und am Freitag stellte das Architekten-Team vom planenden Büro „raumwerk.architekten“ aus Köln jetzt die ersten Entwürfe öffentlich vor. Und nicht wenige Besucher nutzten die Chance, um ihre Meinung und ihre Ideen zum Projekt einzubringen. Besonderer Fokus lag dabei auf der „gemeinnützigen Ebene“ im zweiten Untergeschoss der alten BOB-Fabrikhalle.

„Das soll das Herz des neuen Campus werden“, sagt die Geschäftsführerin der BOB-gGmbH, Johanna Debik. „Und weil das ein Ort der Begegnung werden soll, eben für die Gemeinschaft, fragen wir die Menschen jetzt: Was wird gebraucht?“ Von den von vielen Besuchern am Projekt wurden bereits einige Antworten auf diese Frage gegeben.

Viele Ideen für die zukünftige Gemeinschaftsebene

Eine gemeinsame Küche, eine sogenannte Viertelsküche, ein Café, ein Treffpunkt für Jung und Alt aller Nationen sind unter anderem im Gespräch für die Gemeinschaftsebene. Besucher Volker Issel hatte noch die Idee, spezielle Angebote für Jung und Alt einzuplanen. „Man sollte die älteren Menschen nicht vergessen“, sagt er. Gisela Kettner, bildende Künstlerin und aktiv in der Färberei, wünscht sich gemeinsame Kunstprojekte. „Das könnten Workshops zum Möbelbauen sein oder gemeinsame Filmprojekte“, sagt sie. „Aber grundsätzlich sollen sich die Menschen frei von Zwängen fragen, was sie eigentlich künstlerisch machen wollen“, sagt sie. Laurin Gimpel und Johannes Berg vom Verein Skatefabrik machen sich dafür stark, im Gemeinschaftsareal die Skater nicht zu vergessen.

Unternehmen beziehungsweise Gewerbetreibende können sich auf 1000 Quadratmetern im ersten Untergeschoss der alten Fabrikhalle ansiedeln, sowie auf weiteren 1000 Quadratmetern in den ehemaligen Shedhallen. „Wir wünschen uns, dass die zukünftigen Unternehmen oder Gewerbetreibenden sich mit dem Projekt identifizieren“, sagt Johanna Debik. Mit Identifikation meint Debik in diesem Zusammenhang die möglichen Querverbindungen. Praktikumsmöglichkeiten für Schüler der Max-Planck-Realschule bei den anzusiedelnden Unternehmen zum Beispiel.

Für die Realschule sind im Ober- und im Erdgeschoss neue Räume für Musik, für Kunst und für die technische Gestaltung auf rund 750 Quadratmetern geplant. Die beim Tag der offenen Tür anwesenden Realschüler Leon Hasani und Schad Azad freuen sich schon auf die neuen Räume. „Ich finde es toll, dass aus einer alten Fabrik etwas Neues entsteht, und dann auch noch so modern“, sagt Azad. „So würde ich es auch machen.“ Sein Mitschüler schielt auf den Platzzuwachs. „Wir haben dann mehr Räume, für Technik, für Kunst, das ist toll und das bei dem Ausblick“, sagt Hasani.

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