Wuppertal: Bezirksbürgermeister sieht Leerstände an der Zwinglistraße kritisch

Wuppertal : Bezirksbürgermeister sieht Leerstände an der Zwinglistraße kritisch

Hans-Hermann Lücke, Bezirksbürgermeister von Barmen: „Stadtbezirk muss über das Profil der Zukunft nachdenken“

Barmen. Das aufgegebene Ladenlokal ist mit Plakaten beklebt, um Passanten den Blick ins Innere zu verwehren. Früher war hier eine Sex-Videothek untergebracht, doch die Räume stehen seit geraumer Zeit leer — ebenso wie viele andere Ladenlokale in der Zwinglistraße. Während sich die Einkaufsstraße Werth durch viele Kleidungsgeschäfte, Drogerien und auch Telekommunikationsanbieter auszeichnet, sieht es in vielen Seitenstraßen — allen voran der Zwinglistraße — düster aus.

Dass kleinere Einzelhandelsgeschäfte in Barmen nicht mehr häufig vertreten sind, liegt laut Thomas Helbig, Geschäftsführer der ISG Barmen-Werth, vor allem an der „erschwerten Situation des Einzelhandels in Zeiten des Online-Handels“. Dieser setze kleine Warenhändler immer weiter unter Druck. Ähnliches weiß Barmens Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU) zu berichten: „Noch nie waren so viele Paketwagen in der Stadt unterwegs, wie jetzt.“ Der Wert der Seitenstraßen sei laut Helbig seit den 60er Jahren stark gesunken. „Dies ist aber nicht nur ein Problem in Barmen, sondern eines, das ganz Wuppertal betrifft.“

Helbig hat aber nicht das Gefühl, dass davon die Rede sein kann, dass in Barmen ganze Straßenzüge leerstehen oder heruntergekommen sind. Selbst in der Zwinglistraße hersche zum Teil noch reger Betrieb. Beim WZ-Rundgang bestätigte sich diese Aussage. In den noch vorhandenen Läden wie zum Beispiel Kodi und Tedi, aber auch in einem Lebensmittelladen mit Spezialitäten aus dem arabischen Raum herrscht eine hohe Frequenz.

Dennoch ist das Problem mit den vielen Leerständen nicht von der Hand zu weisen. Das weiß auch Barmens Bezirksbürgermeister: „Die Leerstände sind ein Problem — aber nicht nur in der Zwinglistraße. Auch der Neubau gegenüber der Antoniuskirche steht leer.“ Der Stadtbezirk müsse anfangen, über das Profil der Zukunft nachzudenken. Dass der kleinteilige Einzelhandel ausstirbt, sei kein Ergebnis einer schlechten Politik, sondern durch die Entwicklung des Konsumentenverhaltens bedingt. Lücke: „Wir müssen nun gucken, womit wir die Innenstadt füllen.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung