Beyenburger Klosterkirche ist ganz im Zeichen der Jäger

Messe : Klosterkirche im Zeichen der Jäger

Am Sonntag wurde die Hubertusmesse gefeiert. Der Erhalt des Klosters war dabei wieder Thema.

. Alljährlich ist die Hubertusmesse in der mit viel Grün und grün-weißen Schleifen dekorierten Klosterkirche zu Beyenburg ein Höhepunkt im kirchlichen Leben Wuppertals. Und so war das älteste Gotteshaus der Stadt am Sonntagmorgen auch mit vielen auswärtigen Gästen gefüllt, die dem prächtigen frommen Schauspiel folgen wollten.Getreu der Legende vom heiligen Hubertus, dem Schutzpatron der Tiere, Jäger und Förster, war der Altarraum mit einem imposanten Hirschgeweih geschmückt, in dem in der Mitte ein Kreuz prangte. Es symbolisierte, dass alle Tiere Gottes Geschöpfe sind. Flankiert wurde es von drei Greifvögeln der Radevormwalder Falknerei D. Gaßmann und ihren Betreuern.

Für „Miss Marple“, den kleinen Waldkauz, war es die erste Messe. Gespannt lauschte der niedliche Waldvogel den Orgelklängen, dem Gesang und der Predigt, liebevoll gestreichelt und beruhigt von seiner Betreuerin Biggi Prahl. Während es für Arwen, das amerikanische Wüstenbussardweibchen, und Uhu Moritz schon der wiederholte Auftritt in Beyenburg war. Das brausende „Halleluja“ von Gemeinde und Orgel schien Arwen mächtig zu irritieren, denn sie protestierte mit wildem Flügelschlag gegen die „Störung“, beruhigte sich dann aber wieder und folgte dem Geschehen mit der gebotenen Andacht.

Zu der Messe, zu der der Förderverein zum Erhalt des Klosters Beyenburg, vertreten durch seinen rührigen Vorstand Bernd Grasedieck, eingeladen hatte, gehören natürlich auch die Schützenbruderschaft St. Annae et Katharinae, die in ihren grünen Uniformen ebenso feierlich einzogen wie die Jagdhornbläser Schwelm/Wuppertal Barmen und das Bläserkorps Hegering Hohenlimburg, die die Messe mit ihren Klängen aus dem Altarraum und von der Orgel-Empore zu etwas Außergewöhnlichem werden ließen.

In seiner Predigt wandte sich Schlageter gegen Ausgrenzung

Zelebriert wurde der Gottesdienst durch Pfarrer Martin Schlageter, der sich in seiner Predigt gegen Ausgrenzung wandte und für gegenseitige Zuwendung plädierte, dabei aber auch zeigte, dass er zu den humorvollen Vertretern seiner Berufsgruppe zählt.

90 Minuten dauerte die eindrucksvolle Feierstunde, und nachdem die Geistlichkeit, Schützenbrüder, Bläser und die Gemeinde ausgezogen waren, traf man sich auf dem Klosterhof, um dort noch gemeinsam das Bergische Heimatlied, selbstverständlich begleitet durch die Blechbläser, zu intonieren. „Sizilianische Bratwurst“ war danach beim gemütlichen Beisammensein trotz niedriger einstelliger Temperaturen eine gesuchte Delikatesse, wobei Bernd Grasedieck betonte, dass der Erlös der Veranstaltung dem Erhalt des Klosters Beyenburg dienen würde.

Dass auch die wunderbare Klosterkirche Sankt Maria Magdalena ständiger Renovierung bedarf, sahen die Gottesdienstbesucher bei einem Blick auf die teilweise verhüllten Mauern des 1497 aus Ruhrsandstein errichteten Gotteshauses. „Sie ist das zentrale Kulturgut Beyenburgs und als ältestes Gebäude der Stadt unbedingt erhaltenswert“, sagt der Förderverein über die Kirche und das angeschlossene Kloster, in dem mit Bruder Dirk der letzte Vertreter des Kreuzherrnordens wohnt.