Beyenburg: Schlaglöcher durch den Kraftwerkbau?

Beyenburg: Schlaglöcher durch den Kraftwerkbau?

Anwohner der L 527 fordern Erfurt und Sohn auf, die Straße auszubessern.

Beyenburg. Bereits vor dem Bau des Heizkraftwerkes auf dem Gelände der Firma Erfurt und Sohn gab es Ärger. Der Grund damals: Die Beyenburger waren im Jahr 2009 beunruhigt, dass in dem Blockheizkraftwerk vor ihrer Haustür Braunkohle verbrannt werden soll. Damals konnten sie beruhigt werden — die WSW errichteten das hochmoderne Kraftwerk.

Seit Sommer vergangenen Jahres ist es in Betrieb und versorgt Erfurt mit Strom. Die Bedenken um die Emissionen scheinen verflogen. Doch nun gibt es einen neuen Streitpunkt: der Zustand der Wupperstraße. In einem Brief, der der WZ vorliegt, fordern Beyenburger die Firma Erfurt und Sohn auf, die Straße instand zu setzen.

Der Hintergrund: Die Anwohnern sind der Ansicht, dass die Straße durch die einjährigen Bauarbeiten massiv beschädigt worden seien. Es seien Schlaglöcher entstanden, die nicht nur durch natürliche Witterung zu erklären seien. „Immer wieder kommt es zu äußerst gefährlichen Verkehrssituationen, da viele Kraftfahrer die Straßen-Gegenseite benutzen, um den Schlaglöchern auszuweichen“, heißt es in dem Brief.

Die Firma Erfurt habe bisher nicht auf den Brief der Beyenburger reagiert. Gegenüber der WZ erklärte Erfurt jedoch, nicht für mögliche Schäden verantwortlich zu sein: Die WSW seien für die Bauarbeiten verantwortlich, die Anwohner hätten sich also an den falschen Ansprechpartner gewandt.

Für die Stadtwerke ist das Thema neu: „Normalerweise hinterlassen wir Straßen nach Bauarbeiten in einem besseren Zustand als wir sie vorgefunden haben“, sagt Sprecher Holger Stephan.

Dem Landesbetrieb Straßenbau, der für die Landstraße L 527 zuständig ist, waren eventuelle Beschädigungen durch Bauarbeiten bislang nicht bekannt. Zwar sei während der Bauarbeiten ein Durchlass unter der Straße nötig gewesen, doch dieser sei wieder geschlossen und erst vor kurzem von der Straßenmeisterei abgenommen worden. Unbestritten ist hingegen der schlechte Zustand der Wupperstraße: Sie steht auf der Liste der dringend zu sanierenden Straßen.

Bei der letzten Straßendeckensanierung im Jahr 2006 wurde der umstrittene Straßenabschnitt in Hinblick auf den Kraftwerkbau ausgespart. Michael Overmayer von der zuständiger Straßenmeisterei: „Wir wissen nicht, ob wir die Sanierung noch in diesem Jahr in unserem Budget unterbekommen.“

Hermann Hibbeler, einer der Unterzeichner des Briefes an die Firma Erfurt, wäre zufrieden, wenn die Straße saniert würde. Mit einer Einschränkung: „Falsch wäre es, wenn die Steuerzahler für die Schäden zahlen müssten.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung