Behinderten bespuckt und beleidigt: Bewährungsstrafe für 16-Jährige

Behinderten bespuckt und beleidigt: Bewährungsstrafe für 16-Jährige

Mädchen soll mehrfach handgreiflich geworden sein.

Heckinghausen. Jasmin D. ist eine Jugendliche, wie sie Pädagogen, Polizei und Justiz immer häufiger wahrnehmen. Die 16-Jährige geht nur unregelmäßig zur Schule, trinkt Alkohol, wird schnell handgreiflich. Eine Reihe von Vorbelastungen wegen Körperverletzung weist ihre Akte bereits auf. Seit gestern ist eine weitere dazugekommen. Wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung in zwei Fällen, Sachbeschädigung, und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte hat das Amtsgericht die 16-Jährige zu einer Jugendstrafe von acht Monaten auf Bewährung - bereits rechtskräftig - verurteilt.

Angeklagt war sie zusammen mit ihrer Freundin Ayla N. (16). Laut Staatsanwaltschaft sollen die beiden 1Rosenmontag dieses Jahres auf der Rückfahrt vom Düsseldorfer Karneval gewesen sein, als sie im Bus mit einem Mann aneinandergerieten. Der spastisch behinderte Mann war mit einem Begleiter unterwegs und fühlte sich durch die angeblich lauten Mädchen gestört.

Laut Gericht, haben die Männer mit den Jugendlichen verbal gestritten haben. Dabei sind laut Anklage auch die Worte "behinderter Penner" und "verkrüppeltes Kind" gefallen. Welches der Mädchen das gesagt haben soll, konnte jedoch nicht geklärt werden. An der Haltestelle Werléstraße sei die Situation dann eskaliert. Wie die Angeklagten zugegeben haben sollen, haben sie den Begleiter des Behinderten getreten, bespuckt und auch weitere Zeugen, die zur Hilfe kamen, attackiert. Ayla N. kam mit einer milden Strafe davon. Zwei Wochenenden Freizeitarrest und 30 Stunden gemeinnützige Arbeit, so entschied das Gericht. Rechtskräftig ist dies noch nicht.

Bei JasminD. mussten noch zwei weitere Anklagen berücksichtigt werden. Im Rahmen von Barmen Live soll sie - stark alkoholisiert - eine Frau zu Boden geschubst und getreten, anschließend Polizisten geschlagen haben. Auflagen zur Bewährungsstrafe: regelmäßiger Schulbesuch, regelmäßige Alkohol- und Drogentests sowie die Teilnahme an einem Konfliktberatungskurs.

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