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Bauland: „Wir müssen da jetzt loslegen“

Bauland: „Wir müssen da jetzt loslegen“

Im Osten der Stadt sehen die Bezirksbürgermeistereiniges an Potential für Wohnungsbau.

Oberbarmen/Langerfeld. Wuppertal erwartet in den kommenden Jahren ein enormes Bevölkerungswachstum. Um 16 000 Menschen wurde die Prognose für das Jahr 2020 in den vergangenen Jahren nach oben korrigiert, sagt SPD-Ratsfraktionschef Klaus Jürgen Reese. 110 Hektar Land für wertige Wohnungen und Häuser sucht die Stadtverwaltung nach dem Antrag von SPD und CDU nun bis zum Dezember. Auch im Osten Wuppertals wird die Verwaltung auf die Suchen nach bebaubaren Flächen gehen. Wenn sie diese nicht ohnehin schon im Blick hat. Doch dabei wird sie weniger auf ganz große Flächen setzen können, weil diese nicht vorhanden sind. Vielmehr wird ein genauer Blick nötig sein, welche Einzelflächen in Frage kommen, sind sich Politiker aus Langerfeld, Beyenburg und Oberbarmen einig.

Eberhard Hasenclever (SPD), Bezirksbürgermeister von Langerfeld/Beyenburg, hat auf WZ-Nachfrage sofort mehrere mögliche Flächen parat. Im ehemaligen Gewerbegebiet an der Langerfelder Straße/Spitzenstraße stehen 75 000 Quadratmeter für Wohnbebauung zur Verfügung. Das reiche sicherlich für 200 höherwertige Wohneinheiten. „Und dieser Bereich ist durch den S-Bahnhof und den Radweg hervorragend ans Verkehrsnetz angebunden“, sagt Hasenclever.

Direkt angrenzend steht ebenfalls eine alte Gewerbefläche zur Verfügung: das 25 000 Quadratmeter ehemalige Kroschu-Gelände. An der Wilhelm-Hedtmann-Straße/Thielestraße, der Ehrenberger Straße und an der Klippe ist ebenfalls Platz für Wohnraum, sagt Hasenclever. Zum Teil gebe es in den Langerfelder Gebieten auch schon genaue Planungen für Wohnbebauung. „Das sind alles Flächen, die sich noch nicht im Grünbereich der Stadt befinden“, betont Hasenclever. Vielmehr könnten zahlreiche Baulücken geschlossen werden. Dazu gehört für Hasenclever auch die beidseitige Bebauung von Straßen — auch wenn sich jeder Hausbesitzer natürlich einen Blick ins Grüne wünsche. Doch wirtschaftlich sei das aus Sicht der Stadt weniger: „Eine einseitig bebaute Straße ist doppelt so teuer wie eine beidseitig bebaute“, sagt Hasenclever.

In Beyenburg müsse man aufgrund der separaten Ortsteile aber anders vorgehen. „Aus den jeweiligen Schwerpunkten von jetzt vielleicht 30 Häusern könnte man durchaus 50 machen“, sagt Hasenclever.

Auch in Oberbarmen sehen die örtlichen Politiker einige Möglichkeiten für Wohnbebauung. Bezirksbürgermeisterin Christel Simon (CDU) ist nach der Debatte um die Gewerbeansiedlung an der Nächstebrecker Straße — 6000 Anwohner hatten mit Unterschriften protestiert — vorsichtig geworden, was das Thema Bebauung angeht. „Es gibt aber mehrere alte Häuser, die abgerissen werden könnten“, sagt sie. Vielleicht komme auch das alte Bahngelände neben dem Baumarkt am Oberbarmer Bahnhof in Frage. „Eine richtig große Fläche wüsste ich aber nicht“, sagt Simon.

Klaus Jürgen Reese (SPD), der auch in der Bezirksvertretung Oberbarmen sitzt, hat noch ein paar weitere Ideen: An der Merkischen Straßen, an der Fertighaus-Ausstellung und auf einige alten Gewerbeflächen bestünden weitere Möglichkeiten für Wohnbebauung. Und auch Grünbereiche müsse die Stadt in Betracht ziehen, um 110 Hektar Fläche zusammenzubekommen. Immer im Blick müsse man dabei eine möglichst verkehrsgünstige Lage haben. Außerdem müssten für alle Bedürfnisse Wohnungen entstehen — von Einfamilienhäusern über höheren Geschosswohnungsbau bis hin zu altersgerechten Wohnungen.

Die Zeit dränge, sagt Reese. „Wir müssen jetzt einsteigen, um die Regionalplanung schnell auf den Weg zu bringen. Denn daran schließen sich ja noch die städtischen Bauleitpläne an. „Und die dauern in Regel ein bis zwei Jahre“, sagt Reese. „Wir müssen da jetzt loslegen, um die Zukunftsfähigkeit Wuppertals zu sichern — gerade auch in Konkurrenz zu den Nachbarstädten, die den Wohnraumbedarf auch erkannt haben.“