Barmerin kämpft für Buslinie ins Quartier

Barmerin kämpft für Buslinie ins Quartier

Christel Krahl wurde jetzt als engagierte Nachbarin ausgezeichnet.

Barmen. „Ich war ganz überrascht“, sagt Christel Krahl von der August-Mittelsten-Scheid-Straße zur Auszeichnung. ,„Ohne mein Wissen war ich vorgeschlagen worden“, sagt die Barmerin zum Wettbewerb „Danke, lieber Nachbar!“, mit dem ihr Hausbesitzer, die Sahle Baubetreuungsgesellschaft mbH, engagierte Mieter auszeichnet. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und freue mich über sehr über das Geschenk.“

Ein Jahresticket für den ÖPNV hat Christel Krahl erhalten. Eine passende Würdigung — setzt sich die 81-Jährige doch seit mehr als zwei Jahren für eine neue Busanbindung von der August-Mittelsten-Scheid-Straße in die Barmer Innenstadt ein.

Eine Unterschriften-Aktion hatte sie 2014 für eine Anbindung gesammelt. „Die Straßen sind steil, der Weg ist nicht nur für ältere Menschen wie mich beschwerlich“, sagt sie. „Auch Mütter mit Kinderwagen, Menschen mit schweren Einkaufastaschen oder Gehbehinderten fällt er schwer. „Sedanstraße, Heubruch und Rathaustreppe beispielsweise sind für solche Personen oft eine Herausforderung.“ Die Barmerin verspricht sich von einer solchen Busanbindung auch auch Vorteile für die immer zahlreicher werdenden Besucher der Nordbahntrasse. 508 Menschen aus dem Quartier unterstützten seinerzeit ihr Ansinnen und unterschrieben. Christel Krahl ist dabei von Tür zu Tür gegangen, um die Unterschriften zu sammeln.

Doch der Antrag an die Wuppertaler Stadtwerke (WSW), eine solche Verbindung zu ermöglichen, sei seither mehrfach abgelehnt worden, sagt Christel Krahl. Die WSW hätten die Absage unter anderem mit mangelnder Frequenz begründet. Andere wichtige Haltestellen auf dem Weg der Linie 610 — die für den alternativen Weg infage käme — müssten dann abgekoppelt werden.

Doch Christel Krahl will am Ball bleiben. „Meine Nachbarn fragen immer mal wieder nach, wann die Buslinie denn wohl kommt.“ Sie hofft, dass der Wunsch so vieler Stadtteilbewohner in absehbarer Zeit doch noch in Erfüllung gehen könnte. „Weil es mir vor allem um die Menschen hier geht und um ein Plus für mehr Lebensqualität in Barmen.“ Denn an sich lebt sie gern an der August-Mittelsten-Scheid-Straße: „Seit sechs Jahre wohne in diesem Haus bin sehr glücklich hier.“ Abgesehen vom Einsatz für die Buslinie kümmert sich Christel Krahl auch ansonsonsten um ihre Mitbewohner, informiert, erstellt Aushänge.

Im Rahmen des Wettbewerbs „Danke, lieber Nachbar!“ ist sie nun für ihr Engagement mit einem Sonderpreis von Sahle Wohnen ausgezeichnet worden — und freut sich über ihr Ticket 1000. Damit fährt Christel Krahl nun kostenlos mit Bahn und Bus — aber weiterhin nicht bis vor ihre Haustür.

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