Ausruhen in der grünen Oase

Familie Stein hat vor 14 Jahren einen Kleingarten gemietet.

Heckinghausen. Die Sonne scheint, der Garten lockt. Doch nicht jeder hat das Glück, einen eigenen Garten zu besitzen. Vor allem diejenigen, die in der Stadt wohnen, müssen häufig auf die grüne Oase verzichten. Ein Glück, dass es Kleingartenanlagen gibt. Immer mehr Familien zieht es in die Natur.

Auch Familie Stein hat seit Oktober 2000 ein Gärtchen in Heckinghausen gemietet. „Das lag zum Großteil an den Kindern. In Wuppertal ist ja die Spielplatzsituation nicht gerade optimal“, sagt Meike Stein. Zunächst wurde die Familie, die am Hesselnberg wohnt, passives Mitglied im Kleingärtnerverein Heckinghausen. „Als dann ein Garten frei wurde, haben wir gleich zugegriffen.“

Von Zuhause aus brauchen die Steins 30 Minuten in ihre grüne Oase. „Im Sommer sind wir, wenn möglich, jeden Tag hier“, erzählt Meike Stein. Sie hat sich ein kleines Gemüsebeet angelegt — mit Mais, Zucchini und Tomaten. Das Selbstgezüchtete schmeckt sogar der zehn Jahre alten Sonja. „Aber noch lieber esse ich die Beeren“, verrät die Jüngste der Familie. Die werden praktischerweise vom Strauch in den Mund verabreicht.

Wie ihr Bruder Simon in seinen Kindertagen hat auch Sonja ihre „Saisonfreunde“ in den umliegenden Gärten. „Außerhalb der Gartenzeit sehen sich die Kinder tatsächlich nicht, da wir in völlig unterschiedlichen Stadtteilen wohnen“, erklärt Mutter Meike.

Auch Simon, der inzwischen 22 Jahre alt ist, schaut noch gern im Garten vorbei. Oft mit Freundin Marina. Beide grillen gern mit der ganzen Familie. „Außerdem können wir hier entschleunigen“, sagen sie. Denn im Garten gibt es weder Fernseher noch Spielkonsole. „Nur ein Radio“, sagt Meike Stein. „Wenn wir hier zusammen sind, haben wir im Garten zu tun oder spielen lieber gemeinsam.“

Demnächst steht die „Nebenflora“ — wie Meike Stein scherzhaft das Unkraut nennt — auf dem Arbeitsprogramm. In der 308 Quadratmeter großen Parzelle fällt aber auch sonst immer irgendwo Arbeit an. „Im Spätsommer, wenn die Äpfel, Pflaumen und Kirschen reif sind, koche ich auch mal was ein.“ Wobei alle Familienmitglieder am liebsten direkt frisch vom Baum essen. Und wenn es im Sommer richtig warm wird, kommt ein Planschbecken zum Einsatz. „Da passen wir im Notfall auch alle rein“, sagt Meike Stein lachend.