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Alternative zum Heim: WG für einkommensschwache Senioren

Alternative zum Heim: WG für einkommensschwache Senioren

Im Haus an der Bornscheuerstraße 36 wurden Wohngemeinschaften im sozial geförderten Wohnungsbau eingerichtet.

Langerfeld. Wohngemeinschaft: Während mit dem Wort früher vor allem Erinnerungen an Studentenleben, billige Mieten und kleine WG-Zimmer verbunden waren, wird es heute auch im Zusammenhang mit Wohnen im Alter genannt. Es gibt Initiativen engagierter und finanzkräftiger „junger Alter“, die Hausgemeinschaften oder Mehrgenerationen-Anlagen planen.

An etwas weniger betuchte Menschen richtet sich jetzt ein neues Wohnprojekt in Langerfeld: Zwei Senioren-Wohngemeinschaften im sozial geförderten Wohnungsbau sind an der Bornscheuerstraße 36 eingerichtet worden — „Alten-Sozial-WGs“ sozusagen — für die ein Wohnberechtigungsschein erforderlich ist. Die beiden Wohngemeinschaften mit jeweils fünf und sechs „WG-Zimmern“ — wobei es sich weniger um Zimmer als vielmehr um moderne Appartements mit Bad und Balkon handelt — sind um große Gemeinschaftsbereiche gruppiert. Sie umfassen je eine offene Küche sowie ein großes Wohn- und Esszimmer.

Das im vergangenen Jahr eröffnete Haus, ein Projekt von Barmer Wohnungsbau AG und Wuppertaler Bau- und Sparverein in Zusammenarbeit mit der Abteilung Gemeinwesenarbeit der Diakonie Wuppertal, bietet auf seinen drei Etagen komplett barrierefreies Wohnen. Im unteren Bereich sind Zwei-Zimmer-Wohnungen entstanden, die nach Auskunft der Diakonie bereits vermietet sind. Allen Mietern stehen Mehrzweckraum und Cafeteria mit Küche im Erdgeschoss zur Verfügung.

Die „Senioren-Service-Appartements im Bornscheuerhaus“ bieten zusätzlich Betreuung und Pflege an: Es gibt beispielsweise Unterstützung bei der Haushaltsführung, Besorgungen und Botendienste, sozialpädagogische Begleitung oder auch einen Hausmeisterservice. „Gerade für einkommensschwächere Senioren kann damit eine neue Wohn- und Versorgungsqualität erreicht werden, die es sonst nur in hochpreisigen Anlagen gibt“, sagt Andreas Bunge, Leiter der Gemeinwesenarbeit der Diakonie Wuppertal.

Allerdings gebe es noch einigen Informationsbedarf: „Der Begriff Wohngemeinschaft ist bei Senioren mit Berührungsängsten verbunden.“

Das soll sich auch durch die geplante Öffnung des Hauses ändern, denn zusätzlich wird die Diakonie ab Sommer einen Seniorentreff betreiben. Das Haus an der Bornscheuerstraße 36 soll damit zu einem Ort der Begegnung ausgebaut werden.