Ab Freitag geht’s in Beyenburg zum Schützenfest

Ab Freitag geht’s in Beyenburg zum Schützenfest

Start ist um 17 Uhr – ein spannender Blick zurück.

Beyenburg. Fünf Silbergroschen und 20 Groschen für Paare kostete 1853 der Eintritt zum Schützenball in Beyenburg. Woher wir das wissen? Als Kreuzherrenbruder Dirk Wasserfuhr einen Stammbaum erstellen wollte, stieß er nicht nur auf die Analen, sondern auf die Bücher der Schützenbruderschaft St. Annae et Katharinae: "Spannend wie ein Krimi."

Beyenburg ist die älteste Bruderschaft im Bergischen Land, 1383 wurde sie erstmals erwähnt, sie wird wohl viel älter sein, die Bruderschaft taucht schon 1366 in einer Urkunde auf. Von der 1383 erstellten Urkunde, die alte Rolle, die die Statuten der Schützen festlegt, ist noch eine Abschrift vorhanden. Das Original wurde während des verheerenden Brandes am 30. November 1735 im Kloster Beyenburg vernichtet.

Doch die Bücher aus dem 19.Jahrhundert sind vorhanden. Schon damals sollten die Schützenbrüder das Fest in Unterbeyenburg gerne und oft besuchen. Wer gar alkoholisiert zum Umzug antrat, musste Strafe zahlen, Geld oder Kerzenwachs.

Nicht immer durfte das Königsschießen durchgeführt werden. Während der Kriege in Österreich und Frankreich wurde zwar ein wenig gefeiert, aber ein König wurde nicht ausgeschossen. Die Waffen sollten ruhen.

Heute findet das Schützenfest am ersten Wochenende nach den Schulferien statt. Auch früher war das Schützenfest ein fester Termin. Allerdings lag die Feier früher. Da die Leute zumeist über wenig Geld verfügten, sollte nicht das Schützenfest gefeiert werden, wenn Pacht und Zins fällig waren. Auch sollte das Schützenfest nicht zur Kirmeszeit stattfinden. Die Gärten sollten zudem frisches Gemüse ausweisen, damit die Schützen einen Beitrag zum Festessen nach dem Königsschießen beitragen konnten.

Die Schützenhalle existierte Mitte des 19. Jahrhunderts noch nicht. Es wurde im Zelt, das von der Bruderschaft bewirtschaftet wurde, gefeiert. Beim fest gelten die Statuten der "Alten Rolle", der Schützenkönig muss eine Tonne guten Bieres spendieren. 1908 feierte die Bruderschaft 625-jähriges Bestehen. Etliche Bürger traten dem Verein bei. Auch in diesem Jahr ist es nicht anders. Und der neue Pastor in Beyenburg, Benedikt Schmetz, fiebert seiner Aufnahme entgegen: Dem Schützenbrauch ist er verbunden.

Das Schützenfest beginnt am Freitag, 21. August, 17 Uhr. Um 18.15 Uhr wird das amtierende Königspaar Detmar und Hiltrud Gille begrüßt. Um 20 Uhr beginnt der Tanzabend in der Schützenhalle mit Jubilarehrung.

Um 14 Uhr ist am Samstag Antreten zum Festzug auf den Siegelberg. Es folgt die Verlesung der Alten Rolle und Aufnahme der neuen Mitglieder. Um 16 Uhr beginnt das Königs- und Prinzenvogelschießen. Danach wird in der Schützenhalle zur Live-Musik der Hitmix Company getanzt.

Die neuen Majestäten werden am Sonntag um 11 Uhr auf dem Schützenplatz gekrönt. Um 18.30 Uhr findet die Frauenparade vor der Schützenhalle statt.

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