525 Jahre Nächstebreck: Mit 14 Steuerzahlern fing alles an

525 Jahre Nächstebreck: Mit 14 Steuerzahlern fing alles an

Zum 525-jährigen Bestehen des Stadtteils lud der Bürgerverein zum Empfang.

Nächstebreck. Ob Peter im Braken wohl ein braver Steuerzahler war? Der Bauer gehörte 1486 zu den genau 14 verzeichneten Steuerpflichtigen der Ortschaft Im Nesten Braken — dem heutigen Nächstebreck. Der Historiker Gerd Helbeck berichtete von der ersten Erwähnung der damaligen Landgemeinde und schilderte, wie unter dem märkischen Grafen Johann II die erste allgemeine „Schatzung“ beschlossen wurde: eine in Geld zu entrichtende Vermögenssteuer. „Das Märkische Schatzbuch nennt unter anderem Peter im Braken, To Elynkhusen und Hanss in dem Broke als Steuerpflichtige“, zählt Hermann Josef Richter auf, der beim Jahresempfang des Bürgervereins Nächstebreck an die Anfänge erinnerte. „Es ist wunderbar, wie sich diese Namen bis heute erhalten haben — Ellinghaus, Bracken, Bruch“.

500 Jahre Nächstebreck: Ein großes Fest war das 1986. Mit einer ganzen Festwoche hatten die Vereine ein halbes Jahrtausend Ortsgeschichte zelebriert. Etwas weniger aufwändig, aber nichtsdestoweniger feierlich nahm sich im Vergleich dazu jetzt der 525. Geburtstag aus. Und genau wie 1986 standen die Aktiven der örtlichen Vereine und Organisationen im Mittelpunkt des Festabends, zu dem der Nächstebrecker Bürgerverein in den Gemeindesaal Hottenstein eingeladen hatte.

Sie stellten sich und ihre Aktivitäten vor, präsentierten Sport- und Tanzgruppen und hatten Gelegenheit zum Plausch und Austausch. Hermann Josef Richter, der nicht nur Vorsitzender des Bürgervereins ist, sondern auch dem Anfang des Jahres gegründeten Förderverein Gemeindesaal Hottenstein vorsteht, freute sich besonders über mit 200 Gästen gute Resonanz: „Dieser Saal muss auch für unsere Kinder und Enkel erhalten bleiben.“

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Goldenen Nächstebreck Wappens, mit dem engagierte Nächstebrecker gewürdigt werden, an Traute Diemer-Braken. Sie war mehr als 40 Jahre Lehrerin der Grundschule Wittener Straße — und nahm sichtlich überrascht die Urkunde entgegen. Doch auch die Arbeit der Bürgervereine — zu Gast waren unter anderem Margret Hahn vom Bürgerverein Langerfeld sowie Erika Unterlehberg vom Nordstädter Bürgerverein — wurde gewürdigt: „Bürgervereinsarbeit ist Einsatz für den Stadtteil, über alle Konfessions- und Parteigrenzen hinweg“, betonte Hermann Josef Richter. „Sie ist ausschließlich ehrenamtlich und dient der Heimatpflege - im weitesten Sinne des Wortes.“

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