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3000 Lachse wandern von der Wupper in die Nordsee

3000 Lachse wandern von der Wupper in die Nordsee

Der Bergische Fischereiverein hat die jungen Tiere ausgesetzt. Nun beginnen sie mit ihrer Wanderung.

Beyenburg / Solingen. Es ist ein spannender Moment für Helmut Wuttke vom Bergischen Fischereiverein und für die zahlreichen anderen Tierfreunde: Vorsichtig lässt Wuttke die Wanne mit Lachssmolts in die Wupper sinken. Die etwa ein Jahr alten Tiere hüpfen regelrecht aus dem Behälter und verschwinden im seichten Uferwasser des Flusses. Wuttke ist sichtlich erleichtert: "Sie nehmen das Wupperwasser an, keiner liegt auf der Seite, das ist ein gutes Zeichen."

Der Bergische Fischereiverein setzte mehr als 3000 junge Lachssmolts im Bereich des Auer Kottens in die Wupper, um das natürliche Vorkommen der Art im Fluss zu erhöhen. Herangezogen wurden die mittlerweile 16 Zentimeter großen Fische im Lachszentrum Hasper Talsperre, von wo aus sie in drei 600-Liter-Behältern nach Solingen transportiert wurden.

Die Angelvereine und Genossenschaften an der Wupper finanzieren die 4000 Euro teure Aktion im Rahmen des offiziellen NRW-Wanderfischprogramms aus eigener Tasche. Vom Kanu-Einstieg des Auer Kottens begeben sich die Fische nun auf ihren gut 500 Kilometer weiten Weg flussabwärts. Ihr Ziel: die Nordsee.

Denn die räuberischen Fische leben in der See, suchen aber zum Laichen Flüsse auf. "Die Tiere sind wahrscheinlich schnell weg. Ich gehe davon aus, dass sie schon nach einem Tag im Mündungsbereich des Rheins ankommen", mutmaßt Wuttke. "Sie sammeln sich jetzt und schwimmen im Pulk, weil sie sich zu mehreren sicherer fühlen."

Einzelschwimmer gebe es bei den Lachsen nicht. Nach etwa einer Woche, so schätzen die Vereinsmitglieder, werden die Raubfische die See erreicht haben.

Um die mehr als 3000 jungen Lachse von anderen unterscheiden zu können, wurden sie vor dem Transport in die Wupper markiert: "Ihnen wurde die Fettflosse unter Betäubung entfernt, der so genannte Adiposenschnitt", erklärt Hubert Richter vom Bergischen Fischereiverein.

Interessant ist auch die Färbung der Lachse: "Sie passen sich dem Grund an", erklärt Richter. So sehen sie im Transportbehälter noch hell aus, im Wupperwasser schimmern sie dann grünlich. "Beim Laichen werden sie bunt, wie eine Forelle", sagt der Fisch-Experte.

Vergangene Woche erst setzten die Tierfreunde 40 markierte Lachse in die Wupper - allerdings 30-Zentimeter-Tiere. "Wir haben ihnen zuvor einen Transponderchip im Bereich der Nase unter die Haut gesetzt, an gekennzeichneten Empfangsstellen können wir sie orten", erklärt Wuttke.

Das Fangen von Lachsen ist ganzjährig verboten. Die Wupper ist seit 1993 offizielles Programmgewässer des Wanderfischprogramms NRW. Seit vielen Jahren kehren Raubfische wieder in die Wupper zurück, im vergangenen Jahr waren es 19 Lachse und 20 Meerforellen. "Wir haben etwa 25 Fischarten in diesem Bereich der Wupper, darunter das Fluss- und Bachneunauge sowie die Koppe", erklärt Dr. Hermann Neumaier von der Fischereigenossenschaft Untere Wupper.