2800 Kerzen: Adventliches Schwimmen im Lichtermeer

2800 Kerzen: Adventliches Schwimmen im Lichtermeer

40 Frühschwimmer morgens um viertel vor sieben im Schwimmbad — anschließend gab es Besuch vom Nikolaus.

Langerfeld. Mittwoch, 6.45 Uhr — 2800 Lichter rund um den Beckenrand verbreiten im ansonsten dunklen Gartenhallenbad vorweihnachtlichen Glanz. Rund 40 Frühschwimmer trafen sich am Mittwochmorgen zum Lichterschwimmen, dem stimmungsvollen Höhepunkt ihres sportlichen Jahres, in dem sie allmorgendlich im gut temperierten Wasser ihre Bahnen ziehen.

„Das Lichterschwimmen ist eine Tradition, die im Laufe der Jahrzehnte gewachsen ist“, verrät Doris Berghaus, die Organisatorin des fröhlichen Beisammenseins. Mittels festlich gedeckter Frühstückstafel, gemeinsamem Singen, lustigen Vorträgen und dem Besuch des Nikolauses hat es diesmal eine besonders gemütliche Prägung.

„Vor rund zwanzig Jahren hat es damit begonnen, dass eine Schwimmfreundin kurz vor Weihnachten eine Dose mit Plätzchen an den Beckenrand gestellt hat. Später kamen dann Kerzen dazu, und es wurde in jedem Jahr immer ein bisschen mehr“, sagt Berghaus, die seit 28 Jahren dabei ist und sich natürlich freut, dass sie sich auf etliche treue Helfer und großzügige Spender verlassen kann.

Besonders wichtig ist Lutz Hausmann, der Leiter des idyllischen Bades in Langerfeld. Er ist nämlich am Mittwoch rund eine Stunde früher aufgestanden, um die 2800 Teelichter anzuzünden, die für die einzigartige Atmosphäre im Bad sorgen.

„Die Frühschwimmer sind so angenehme Gäste, für die mache ich das sehr gern“, so Hausmann, der bisweilen auch für die musikalische Untermalung beim gesunden Treiben im Wasser sorgt.

„Der frühe Sport hält Euch gesund, deshalb ist auch niemand kugelrund“, lobte dann auch der Nikolaus die Wasserratten nahezu jeden Alters. „Einige von uns sind berufstätig,. Die schwimmen dann von 6.45 bis 7.15 Uhr, aber die Rentner lassen sich ein bisschen mehr Zeit“, sagt Bernd Wagener (69), für den das morgendliche Bad ein fester Bestandteil des Tages geworden ist. „Wenn wir morgens nicht schwimmen können, fehlt uns etwas.“

Aber es ist nicht allein die sportliche Betätigung, die die muntere Schar jeden Morgen nach Langerfeld zieht. „Wir sind eine richtig familiäre Gemeinschaft geworden, in der mit der Zeit natürlich auch einige durch Krankheit oder Tod ausscheiden, zu der aber immer wieder Neue herzlich willkommen sind“, erklärt Berghaus, eine Art „Mutter der Kompanie“. Sie freut sich vor allem über den „Alterspräsidenten“ Heinz Lindenborn (85), der in bemerkenswerter geistiger Frische die Frühstücksrunde mit dem heiteren Gedicht vom „Dampfmaschinchen“ bereichert.

Dass an diesem Morgen neben „Oh Tannenbaum“ auch „Leise rieselt der Schnee“ aus voller Brust geschmettert wurde, dafür sorgt Mitschwimmer Rick Salesy, genannt der „Elvis von Wuppertal“. Salesy beweist damit eindeutig, dass das regelmäßige Schwimmen auch die Lungen kräftigt.