25 Jahre Gesamtschule Langerfeld: Die Vielfalt als Erfolgsmodell

25 Jahre Gesamtschule Langerfeld: Die Vielfalt als Erfolgsmodell

Am Samstag feiert die Schule ihr Jubiläum. Sogar Gäste aus Engels sind dabei.

Langerfeld. Das große Geburtstagsgeschenk wird es mit etwas Verspätung geben. Am kommenden Samstag feiert die Gesamtschule Langerfeld ihr 25-jähriges Bestehen (siehe Infokasten). Im Oktober/November soll die Grundsteinlegung für die neue Sporthalle erfolgen. „Zum Schuljahr 2014/15 soll die Halle dann fertig sein“, erklären Direktor Rainer Dahlhaus und sein Stellvertreter Claus Baermann.

Beim ersten Schultag am 22. August 1988 war Baermann, das „Fossil der ersten Stunde“, wie er sich schmunzelnd selbst bezeichnet, schon dabei. Dahlhaus folgte ein Halbjahr später, seit 1998 leitet er die Einrichtung als Nachfolger von Heidemarie Schäfers. „Mit fünf Zügen und 14 Lehrern haben wir damals angefangen“, erinnern sich die beiden „Dinos“ im Kollegium — zumindest, was die Verweildauer in Langerfeld angeht — an den Start in den Gebäuden der ehemaligen Haupt- und Sonderschule.

Heute unterrichten 112 Lehrer 1295 Schüler. „Unser Höchststand“, sagt Dahlhaus, „bisher“. Denn seit dem Schuljahr 2009/10 läuft der Betrieb in mittlerweile vier Gebäuden sechszügig. Mit etwa 1350 Schülern wird die Schule also bald den Rekord knacken.

Andreas Rosenberg, didaktischer Leiter und einer der Organisatoren der Jubiläumsfeier, hebt hervor, dass die Gesamtschule sehr im Stadtteil verwurzelt sei. „Das zeigt sich auch daran, dass sich viele Vereine am Fest beteiligen.“ Stolz ist er aber auch darauf, dass eine Delegation der Partnerschule in Engels (Russland) zum Geburtstag in Langerfeld weilt.

Was zeichnet denn ihre Schule aus? Vielfalt ist ein Begriff, den Dahlhaus und seine Mitstreiter dann gerne verwenden. Das werde unter anderem auch bei der Zusammensetzung der Schülerschaft deutlich. „43 Sprachen werden hier gesprochen“, erklärt Rosenberg. Überhaupt setze die Schule auf Internationalität, etwa durch Comenius-Projekte. „Wir waren auch die ersten, die einen Schüleraustausch mit Engels organisiert hatten“, so Baermann.

Ein anderer Punkt seien die vielen Arbeitsgemeinschaften, die unter anderem im Ganztagsbereich angeboten werden. „Seit der Gründung der Schule haben wir immer 40 bis 45 Arbeitsgemeinschaften gehabt“, erklärt Baermann. Und auch die fachliche Arbeit der Lehrer greife eben diese Vielfalt auf.

Ein dickes Lob verteilt Rainer Dahlhaus aber auch an die engagierten Eltern, die sich etwa im Förderverein einbringen. Mit ein Grund dafür, so Dahlhaus, dass sich die Gesamtschule auch in Zeiten, in denen die Kassen eigentlich schon leer waren, noch gut entwickelt hat. Nach den Höhepunkten aus einem Vierteljahrhundert gefragt, nennt Dahlhaus etwa den Erhalt der Schulbibliothek, die seit mehr als zehn Jahren in Eigenregie betrieben wird.

Doch auch eine Diskussion wird ihm immer im Gedächtnis bleiben. „Die Schule wäre einmal fast in Friedrich-Engels-Gesamtschule umbenannt worden“, erinnert sich Dahlhaus. Ein Vorschlag, der aus der Schülerschaft kam — mit anderen wie etwa Mina-Knallenfalls-Schule. „Wir hatten das nicht ernst genommen, aber dann zog das immer weitere Kreise“, sagt Dahlhaus. Ende der 1990er-Jahre sei eine Benennung nach Engels aber undenkbar gewesen. Und das Thema Namensgebung sei seit dem auch nicht mehr angefasst worden, sagt Dahlhaus lachend.

Mehr von Westdeutsche Zeitung