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Wuppertal: 2017 beginnt der Neubau im Gaskessel

Wuppertal : 2017 beginnt der Neubau im Gaskessel

Im Frühjahr soll es losgehen. Die Vorarbeiten laufen laut Investor nach Plan. Eröffnung ist für Ende 2017/ Anfang 2018 geplant.

Wuppertal. Einsatz für das KSK im Gaskessel: Doch mit der Bundeswehr oder Spezialkräften der Polizei hat das nichts zu tun. Das Kölner Seil Kommando ist zu Gast im Wahrzeichen von Heckinghausen. „Die machen das Dach sauber“, sagt Thomas Drescher und zeigt nach oben, wo in etwa 60 Metern Höhe die Männer zu sehen und zu hören sind. Allzugerne haben die es nicht, wenn unten jemand langlaufe, sagt der Investor. „Es könnte ja was runterfallen beim Reinigen, Vogeldreck und so weiter.“ Aus dieser Höhe kein Spaß für Untenstehende.

Die Aktion am Dach ist aber eher eine kleine Aufgabe im Vergleich zum Gesamtprojekt: Drescher und seine Partner Marcello Groß und Daniel Mai wollen bekanntlich einen fünfstöckigen Neubau in das Industriedenkmal setzen, mit einem Fitnesscenter und Gastronomie.

Draußen, vor dem in die Hülle geschnittenen Eingang in den Kessel, liegen bereits die Stahlteile für die Träger, die später für die Stabilität sorgen sollen. „Der längste ist 16 Meter lang und wird gerade noch gefertigt“, erzählt Groß. Wenn die Träger angebracht sind, soll mit dem Ausschneiden der großen Öffnungen begonnen werden — damit Licht in den noch ziemlich dunklen Kessel dringen kann. „Das aber erst im Frühjahr. Im Winter macht das keinen Sinn, da weht höchstens der Schnee rein“, sagt Drescher.

Das Ausschneiden selbst sei „kein großes Ding“, so Mai. „Das wird geflext, die Hülle ist ja nur fünf Millimeter dick.“ So dünn? Kein Wunder also, dass für eine gute Stabilität der restlichen Hülle gesorgt werden muss. 70 Tonnen Stahl werden dafür verbaut, erklärt Mai.

Für die Statik mussten sogar zwei Gutachten angefertigt werden — eins für den Neubau, eins für den Altbau, den Kessel. Alles kein Thema mehr, betonen die Drei. Nur für die neue Außentreppe samt Aufzug und den Rundgang auf dem Dach fehlt die Statik noch. Wer also momentan ganz nach oben und die Aussicht über Wuppertal genießen will, muss die aktuelle Treppe nehmen — was anstrengend werden kann. „Wer das nicht schafft, kann sich ja direkt im Fitnessstudio anmelden“, sagt Drescher und lacht.

Im Kessel hat sich auch schon einiges getan. Die gewaltige Platte, die früher durch den Gasdruck hoch und runter gefahren wurde, ist fast verschwunden. „War das ein Akt, die Platte anzuheben“, erinnern sich die Drei. Drei Spezialkräne seien notwendig gewesen. Nur ein gutes Viertel des Kuchens ist jetzt noch da. Ganz gewollt. Es soll später Teil des Neubaus werden. Auch der Geruch der mit Öl gefüllten Jutesäcke, die früher zum Abdichten dienten, ist kaum noch wahrnehmbar.

Der Blick fällt immer wieder nach oben. „Beeindruckend“, sagt Drescher, auch wenn er die Ansicht eigentlich längst gewöhnt sein müsste. „Da machen wir eine schöne Wechselbeleuchtung rein.“ Vielleicht rot-blau. WSV-mäßig, überlegt der überzeugte Wuppertaler.

Momentan, räumen die Drei ein, sei es für Außenstehende noch schwer vorstellbar, wie das fertige Projekt einmal aussehen wird. Zu dunkel ist es noch im Kessel, zu leer. „Und man sieht halt nichts von außen.“ Zumindest der neue Anstrich ist sichtbar. Halb in neuem Grauton und halb in altem Grün präsentiert sich das Denkmal.

Ende 2017/Anfang 2018 soll die Eröffnung gefeiert werden, blicken Drescher & Co. voraus. Vor allem auch Besucher von außerhalb sollen angelockt werden, mit Gastronomie, Veranstaltungen und Ausstellungen. „Das ist ein Leuchtturm für Heckinghausen, aber viel mehr noch für die ganze Stadt.“