1,9 Millionen Euro: Ist der Kindergarten-Anbau zu teuer?

1,9 Millionen Euro: Ist der Kindergarten-Anbau zu teuer?

Der Kindergarten Rathenaustraße wird erweitert. Die Kosten dafür sind laut Gebäudemanagement durchaus im Rahmen.

Wichlinghausen. Wenn voraussichtlich im kommenden Juni mit den Bauarbeiten an der Rathenaustraße begonnen wird, dann ist das für viele Eltern im Wuppertaler Osten eine gute Nachricht: Der Kindergarten erhält einen Anbau — die Einrichtung wird um drei Gruppen erweitert. Damit soll dem nach wie vor bestehenden Betreuungsbedarf Rechnung getragen werden.

Rund 1,9 Millionen Euro werden nach Auskunft des städtischen Gebäudemanagements (GMW) für den Neubau veranschlagt — mehr als der jüngst in Ronsdorf errichtete Kindergarten An der Blutfinke gekostet hat. Diese Zahl führte in der vergangenen Sitzung des Jugendhilfeausschusses zu Diskussionen: Die Summe sei sehr hoch, hatte der Wichlinghauser Pfarrer Thomas Kroemer zu bedenken gegeben.

Doch die Kosten liegen nach Auskunft des Gebäudemanagements durchaus im Rahmen, wie Michael Neumann vom GMW erläutert. Zwar sei die Erweiterung an der Rathenaustraße mit dem Neubau des Kindergartens An der Blutfinke durchaus vergleichbar, sagte der Produktbereichsmanager für Soziale Einrichtungen am Dienstag im Gespräch mit der WZ. Doch es gebe auch entscheidende Unterschiede: Einerseits handele es sich bei dem Ronsdorfer Kindergarten um einen Modulbau: „An der Rathenaustraße werden wir hingegen massiv bauen, teilweise zweigeschossig.“ Und andererseits liegen die Planungen zur Blutfinke fast vier Jahre zurück — die Preise seien seitdem gestiegen, so Neumann.

Ähnlich wie in Ronsdorf ist auch an der Rathenaustraße Energieeinsparung ein zentrales Thema: Der Kindergarten an der Blutfinke war bei seiner Eröffnung im vergangenen Sommer Wuppertals erstes öffentliches Gebäude, das mit Erdwärme beheizt wird. Nach seinem Vorbild soll nun auch im Wichlinghauser Süden gebaut werden (siehe Kasten): „Gemessen an dem hohen Standard“ seien die Kosten durchaus angemessen, sagt Michael Neumann.

Fast 600 Quadratmeter mehr Platz wird es künftig an der Rathenaustraße geben, hinzu kommt laut GMW das Außengelände mit einer Fläche von 900 Quadratmetern. Nach der Fertigstellung können sieben Gruppen in den beiden Gebäudeteilen untergebracht werden. Ausgestattet werden die Räumlichkeiten zudem mit Wickelstationen und Ruhebereichen.

Ursprünglich war im Gespräch gewesen, bereits im Mai zu starten. Doch wegen noch ausstehender Bodenuntersuchungen sei der Baubeginn um einen Monat verschoben worden, so das Gebäudemanagement. Läuft alles nach Plan, soll der Neubau an der Rathenaustraße zum Kindergartenjahr 2012 bezugsfertig werden.

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