Alte Genossenschaft: An der Münzstraße geht’s vorwärts

Alte Genossenschaft: An der Münzstraße geht’s vorwärts

Der Trasse sei Dank: Förderverein macht Veranstaltungen und Ausstellungen möglich. 2014 ist die Genossenschaft Teil eines rheinlandweiten Großprojekts.

Barmen. Das alte Kontorgebäude draußen an der Münzstraße ist eingerüstet. Im Hof dahinter bestimmen Bauzäune das Bild, und im Treppenhaus des alten Bäckerei-Gebäudes riecht es intensiv nach Farbe. Besucher bemerken auf den ersten Blick: Im Komplex der ehemaligen Konsumgenossenschaft Vorwärts tut sich was. Geht es nach den Mitgliedern des Fördervereins, so ist das ehemalige Versorgungszentrum Barmens auf dem besten Weg, eine Mischung aus historischem Ausstellungsraum, Wohn- und Lernort sowie gastronomischem Anlaufpunkt zu werden.

Am sichtbarsten ist die Entwicklung im weitläufigen neuen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum, über den der Förderverein nun in der 2. Etage des rückwärtigen Genossenschafts-Gebäudes, dem einstigen Mehllager der Anlage, verfügt. Im lichtdurchfluteten Saal hat vorerst eine kleine Dauerausstellung zur Geschichte der Genossenschaft ihren Sitz. Langfristig sollen dort neben wechselnden historischen Schauen auch Konzerte oder Vorträge ihren Platz haben. Ebenso sollen Vereine den Raum für Veranstaltungen nutzen können.

Es ist nur der erste, konkrete Schritt einer Aufwertung des Komplexes an der Münzstraße, wie der Förderverein gestern beim Ortstermin erläuterte. Historisch bedeutend ist der Komplex seit jeher, wie die Vereinsvorsitzende Heide Koehler gestern betonte: „Man kann nirgends sonst im Rheinland die Entwicklung des Genossenschaftswesens so gut nachvollziehen wie hier.“ Das will der Verein künftig umso mehr in die Öffentlichkeit rücken — und ein gewichtiger Motor der Entwicklung soll die Nordbahntrasse sein.

Diese führt bekanntlich direkt an der Trasse entlang — und womöglich schon im kommenden Jahr sollen Trassen-Nutzer direkter als bisher zum historischen Ort gelockt werden. Denn im einstigen Kontorgebäude des Komplexes an der Straßenfront — es wird derzeit zu einer Anlage mit Seniorenwohnungen umgebaut (die WZ berichtete) — soll ein Info-Raum des Fördervereins mit Café entstehen und so die Aufenthaltsqualität für Besucher des Komplexes erhöhen.

So richtig laufen soll das alles spätestens im Frühjahr 2014 — dann wird die Münzstraße Teil einer rheinlandweiten Groß-Ausstellung zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges in der Region (siehe Kasten). Dann sollen von außerhalb scharenweise Besucher in die Münzstraße strömen — und statt Baugerüsten und Farbgeruch Kultur- und Wirtschaftsgeschichte zum Anfassen vorfinden.

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