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Stadtteil-Check: „Mehr Polizei wäre gut“

Stadtteil-Check: „Mehr Polizei wäre gut“

Oberbarmer sagen: Es ist nicht unsicher, aber man fühlt sich so.

Wuppertal-Oberbarmen. Mit der Durchschnittsnote 3,4 haben die Oberbarmer im Stadtteil-Check der WZ ihrem Bezirk den schlechtesten Wert in Sachen Sicherheit unter allen Wuppertaler Stadtteilen gegeben. Die Redaktion nahm das zum Anlass, am Berliner Platz nachzufragen: Was ist da los, in Oberbarmen?

"Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass es in Oberbarmen wirklich unsicherer ist als anderswo", sagt Hermann Claußen. "Aber ich kann verstehen, dass man sich hier unsicher fühlt." Grund dafür seien wohl verschiedene Gruppen, die sich vor allem rund um den Bahnhof aufhielten, und "Man weiß nicht, wie diese Menschen unter Alkohol reagieren, und deshalb geht man ungern hier her", sagt der Rentner. Und auch Maja Kaldemann meint: "Die Bier trinkenden Leute auf dem Berliner Platz, die häufig auch Hunde dabei haben, tun vielleicht niemandem was. Aber man weiß es eben nicht, und gerade ältere Frauen machen lieber einen großen Bogen, als dass sie sich anpöbeln und von Hunden anspringen lassen."

Ein Oberbarmer

Ein Mann, der namentlich nicht genannt werden will, berichtet von mehreren Provokationen in den vergangenen Jahren am Berliner Platz. Mehrmals sei er angepöbelt und beleidigt, einmal sogar mit Schlägen bedroht worden. "Wäre ich nicht gegangen, hätte es Prügel gesetzt. Das bleibt im Gedächtnis und sorgt dafür, dass man sich unsicher fühlt."

Martin Meyer wünscht sich wegen ähnlicher Erlebnisse mehr Polizei im Stadtteil: "Es wäre gut, wenn die Beamten mehr Streife laufen würden. Nicht nur auf dem Berliner Platz, sondern auch in den Wohnstraßen." Dort nämlich sei er von Jugendgruppen schon häufiger "dumm angemacht" worden und wechsele jetzt lieber die Straßenseite, wenn ihm jemand entgegen komme, der ihm provokant erscheine. "Wenn die Polizei dort häufiger unterwegs wäre, würden sich diese Leute nicht so aufspielen."

"Aufspielen" - das Stichwort für Inge Klemm: "Es gibt viele in Oberbarmen, die provozieren. Wenn man sich aber nicht drauf einlässt, tun sie einem nichts."