Stadtrat Wuppertal bekundet Interesse an einer Bundesgartenschau

Stadtrat Wuppertal bekundet Interesse an einer Bundesgartenschau

Zu einem Grundsatzbeschluss konnte sich die Mehrheit in der Sitzung am Montag aber noch nicht durchringen. es besteht Skepsis, ob sich Wuppertal die Buga überhaupt leisten kann.

Wuppertal. Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am Montag auf Antrag von SPD und CDU mit großer Mehrheit sein „grundsätzliches Interesse an einer Bewerbung für eine Bundesgartenschau“ bekundet. Zu einem Grundsatzbeschluss zur Bewerbung für die Buga konnte sich der Rat aufgrund offener Fragen nicht durchringen. So steht noch gar nicht fest, für welches Jahr sich Wuppertal bewerben sollte. Nach jetzigem Stand hätte Wuppertal frühestens 2031 eine Chance, den Zuschlag zu erhalten. Zum anderen besteht Skepsis, ob sich Wuppertal die Buga überhaupt leisten kann.

„Klares Bekenntnis, aber bitte vorher die Rahmenbedingungen klären“, formulierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Jürgen Reese seinen Wunsch an die Verwaltung. Reese wies darauf hin, dass es zurzeit sehr unterschiedliche Auskünfte aus unterschiedlichen Richtungen zu einer Bewerbung des Ruhrgebiets für eine Internationale Gartenschau 2027 gibt. Erhält das Ruhrgebiet den Zuschlag, dann würde die Buga in Wuppertal voraussichtlich nicht vor 2031 möglich sein und für spätere Bewerber das Geld knapp. „Ohne Landesförderung wird es die Buga in Wuppertal aber nicht geben“, sagte Reese.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Müller forderte die Verwaltung und Oberbürgermeister Andreas Mucke auf, die großen Projekte der Stadt endlich zu priorisieren. Sollte das nicht geschehen, werde der Rat die Aufgabe übernehmen. Der gemeinsame Antrag von SPD und CDU ist demnach als Kompromiss zu werten, der den Zusammenhalt der Großen Kooperation sichert.

Grundlage der aktuellen Diskussion ist eine Machbarkeitsstudie, die den Ratsmitgliedern in Auszügen im Mai vorgestellt worden ist. Die Studie werde in ihrer Endfassung in einigen Wochen vorliegen, kündigte Oberbürgermeister Andreas Mucke an. Die Macher der Studie empfehlen, die Buga im Westen der Stadt zu konzentrieren und schlagen unter anderem als Verbindung vom Zooeingang zur Königshöhe eine Seilbahn und von dort eine Hängebrücke zur Kaiserhöhe vor. Buga-Gelände soll ein noch zu erschließender Teil der Vohwinkeler Tesche sowie die Königshöhe werden.

Knapp zwei Monate blieb den Fraktionen Zeit, um über die Vorschläge und das Zahlenwerk der vorläufigen Machbarkeitsstudie zu beraten. Zum Nulltarif wird die Bundesgartenschau nicht zu haben sein. Die Stadt darf zwar auf Fördermittel von Bund und Land hoffen, muss aber bei 69 Millionen Euro Investitionskosten mit einem Eigenanteil von 34,6 Millionen Euro rechnen. Die Durchführungskosten werden mit 50 Millionen Euro angesetzt, davon müsste die Stadt rund 16 Millionen Euro übernehmen. Diese Zahlen beziehen sich auf Berechnungen für eine Buga in Wuppertal im Jahr 2025, könnten sich bei späteren Terminen deutlich erhöhen. Von dem Termin 2025 hat sich die Stadt längst verabschiedet, da die Stadt Rostock mit ihren Planungen inzwischen ganz klar die Nase vorne hat.