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Stadtbibliothek trifft mit ihrem Notenangebot den Nerv der Zeit

Kultur : Stadtbibliothek trifft mit ihrem Notenangebot den Nerv der Zeit

Die Nachfrage nach der App nkoda ist in Wuppertal sehr groß. Allein in der ersten Woche nach Start des Angebots gab es 250 Anfragen.

Die Resonanz ist bereits in den ersten Tagen seit Start enorm. Als erste und bisher einzige öffentliche Bibliothek in Deutschland bietet die Stadtbibliothek Wuppertal ihren Nutzern einen neuen Service an. Mit der App von nkoda ist ein kostenloses Noten-Streaming möglich.

Bei nkoda handelt es sich um den weltweit größten Anbieter von Noten für Anfänger, Fortgeschrittene, Hobbymusiker und Profis. Die Abonnement-Notenbibliothek bietet 500 Jahre Musik. Cordula Gladrow, Leiterin der Stadtbibliothek, spricht von einer „irren Nachfrage“. In der ersten Woche mit Livebetrieb gingen 250 Anfragen per E-Mail ein und es kommen laufend weitere dazu. „Darunter waren unter anderem viele Berufs- und Hobbymusiker, Sänger, Musiklehrer, Pädagogen sowie Kinder und Jugendliche, die ein Instrument lernen oder Musikstudierende.“

Ein hohes mediales Interesse hat das Angebot in ganz Deutschland bekannt gemacht. Rund ein Drittel der Interessenten kommen aus Wuppertal, der Rest verteilt sich über ganz Deutschland, viele aus NRW von Aachen über Neuss bis Paderborn. Auch in anderen Bundesländern hat sich das Angebot herumgesprochen, bis hoch nach Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Möglich ist durch die App der Zugriff auf lizenzierte Partituren und Stimmen für fast jedes Instrument. Benutzer der Stadtbibliothek haben mit ihrem Ausweis leichten und kostenlosen Zugang auf 30 Millionen Notenseiten, mehr als 100 000 Titel aller Genres aus mehr als 80 Verlagen. „Mit nkoda können Noten auf mobile Endgeräte heruntergeladen und auch eigene Titellisten erstellt werden. Individuelles bearbeiten und einfügen von Markierungen ist erlaubt, auch das Teilen mit anderen Nutzern ist möglich“, so Gladrow.

Eine Begrenzung, wie viele Noten heruntergeladen werden dürfen, gibt es nicht. Die verfügbaren Lizenzen erlauben zehn gleichzeitige Downloads. Das Ausdrucken aus der App ist aus rechtlichen Gründen jedoch nicht erlaubt. Wer Interesse hat, muss zunächst eine E-Mail an die Stadtbibliothek schicken. Unter stadtbibliothekstadt.wuppertal.de erhält man dann zeitnah einen Zugangslink. Wie das Angebot funktioniert, ist in einer Kurzanleitung auf der Homepage der Stadtbibliothek zu lesen: http://bit.ly/nkodanoten.

Stadtbibliothek generiert 100 Neukunden über die App

„Wir haben uns im Vorfeld mit der Bergischen Musikschule zusammengetan und beraten lassen“, erzählt Gladrow. Zunächst habe man eine Jahreslizenz gekauft, hoffe aber auf eine Weiterführung. Etwa 100 Neukunden wurden bisher durch die App gewonnen. „Das Angebot ist in Deutschland so neu, dass die App noch nicht übersetzt ist. Wir stehen aber mit der Firma in Großbritannien im Austausch, um alle Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer weiterzugeben und Fragen zu beantworten“, erklärt sie.

Inzwischen werden auch andere Bibliotheken auf das Angebot aufmerksam. „Momentan können wir aber nur Wuppertaler und Interessenten aus dem Bergischen Städtedreieck, mit dem wir eine Kooperation eingegangen sind, bedienen.“ Trotzdem erreicht die Stadtbibliothek viele begeisterte Anschreiben, in denen Bewohner anderer Städte ihrer Hoffnung Ausdruck verleihen, auch in ihrer Stadt bald so ein Angebot zu finden. Dass noch nicht andere Bibliotheken die App im Angebot haben, erklärt sich Gladrow mit dem hohen Preis. Ermöglicht wurde das Angebot hier durch die Förderung der Jackstädt-Stiftung. Auch die anderen digitalen Angebote der Stadtbibliothek können während des Lockdowns kostenlos in Anspruch genommen werden.