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Stadtarchiv in alte griechische Schule?

Stadtarchiv in alte griechische Schule?

Kita-Pläne für das Areal an der Uellendahler Straße 400 sind erstmal vom Tisch.

Uellendahl. Laut Stadt sind die Kita-Pläne für die ehemalige griechische Schule an der Uellendahler Straße erst einmal vom Tisch (siehe oben). Hans-Uwe Flunkert, Chef des Städtischen Gebäudemanagements (GMW), erklärt zwar, dass man abwarte, „welche der anderen Kita-Projekte am Uellendahl realisiert werden“. Allerdings mache sich auch das GMW bereits Gedanken für eine andere Lösung der Immobilie.

Flunkert spricht von „Arbeitsideen“. Eine davon: Das Gebäude könnte Ausweichquartier für einen Teil des Stadtarchivs werden, wenn das GMW die Haspel-Häuser an der Friedrich-Engels-Allee, derzeit Standort für Wuppertals Zeugnisse der Stadtgeschichte, saniert. Das sei ob des Zustandes dringend nötig, so Flunkert. Ob die Dokumente dann an den Uellendahl wandern könnten, werde derzeit geprüft.

Der Zustand der ehemaligen Schule, die aus mehreren Gebäuden besteht, ist aber auch alles andere als optimal. Direkt dort eine Kita einzurichten, sei gar nicht möglich gewesen, sagt Flunkert, was aber auch am Zuschnitt der Räume gelegen hätte. Deshalb habe ein Abriss zur Diskussion gestanden. Daraufhin hatte sich jedoch der Bürgerverein Uellendahl eingeschaltet und vehement protestiert. Der ältere Gebäudetrakt sei das letzte Überbleibsel der Schulhistorie am Uellendahl, der älteste Teil wurde bereits 1845 eingeweiht. Zuletzt war dort die griechische Grundschule untergebracht, seit 2011 standen die Gebäude aber leer. Das GMW verkaufte zwischenzeitlich an einen Investor, der dort wieder eine griechische Schule einrichten sollte. Da das nicht gelang, zog Flunkert die Rückkaufoption.

Dass die Kita-Pläne jetzt nicht weiterverfolgt werden, überraschte Karl-Eberhard Wilhelm und Wolfgang Nicke vom Bürgerverein. „Wir stehen aber weiter zu unserer Forderung: Die Schule darf nicht abgerissen werden“, betont Wilhelm.

Denn unter Denkmalschutz steht die ehemalige Schule nicht. Bei einer Inventur „denkmalverdächtiger Gebäude“ (1975 bis 1980) war sie nicht aufgenommen worden, weil zu viele Veränderungen gegenüber dem Originalzustand vorgenommen worden waren. Eine erneute Begutachtung lehnte die Stadt 2016 ab. Laut Flunkert habe das GMW aber schon überlegt, bei eventuellen Umbauten zumindest die Fassade zu erhalten.

Eine weitere Option sei auch, Gebäude und Grundstück zu verkaufen. Interessenten gebe es, so Flunkert. Allerdings könnte die Stadt ja auch selbst dort bautechnisch aktiv werden.

Dass der jahrelange Leerstand dem Bau nicht gut tut, will Flunkert nicht leugnen. Schimmel ließe sich zum Beispiel kaum vermeiden. Neu seien für ihn aber Anwohnerbeschwerden über Ratten. Durch die Nähe des Mirker Bachs sei das nicht auszuschließen, so der GMW-Chef. „Wir werden das nachprüfen.“ est