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Stadt Wuppertal verzeichnet mehr Müll in Wäldern

Natur : Stadt Wuppertal verzeichnet mehr Müll in Wäldern

Nicht alle Besucher nehmen ihren Abfall wieder mit. Auch in den Parks ist ähnliches Verhalten zu beobachten.

In diesem Frühjahr haben viele Menschen den Wald für sich entdeckt. Durch die Kontaktbeschränkungen aufgrund des Coronavirus sind viele in die Natur gegangen. Die vier Wände wurden irgendwann zu eng, vor allem wenn man Kinder hat, die weder in die Schule noch in die Kita gehen konnten. Auch sämtliche Freizeitaktivitäten wie Spielplätze oder  Sportvereine besuchen oder sich  mit Freunden   treffen, waren lange Zeit tabu. „Während der Coronazeit sind mehr Menschen im Wald“, sagt Christina Amling, Fachgebietsleiterin für privaten und Kommunalwald im Forstamt Bergisches Land. Dort, wo mehr Menschen sich aufhalten, entsteht häufig auch mehr Müll.

Im Arboretum Burgholz hängt seit einiger Zeit ein Plakat, in dem darum gebeten wird, seinen Müll wieder mit nach Hause zu nehmen. Es wurde privat aufgehängt und bittet die Waldbesucher, ihre Bonbonpapiere nicht im Wald liegen zu lassen. „Klassische Wanderer sind meist naturverbundene Waldbesucher, die nicht so viel Müll im Wald hinterlassen“, sagt Amling. Gerade in der Nähe der Stadt seien nun auch andere Gruppen im Wald unterwegs, wie zum Beispiel Jugendliche.

In Waldnähe sollte keinesfalls gegrillt werden

„Das ist aber auch positiv zu sehen, wie wichtig der Wald als Freiraum in dem dichtbesiedelten Bundesland ist“, sagt Amling. Wenn es keinen Wald gebe, würde vielen die Decke auf den Kopf fallen. Forschungen der Umweltpsychologie hätten ergeben, dass der Wald Aggressionen abbauen kann. „Die Menschen können sich frei bewegen und die Farbe grün beruhigt“, sagt Amling. Nicht jeder Bürger bewege sich umsichtig im Wald. „Am meisten Sorgen haben uns aber die Ambitionen gemacht, in Waldrandnähe zu grillen, weil der Wald so trocken ist“, sagt die Forstwirtin.

Das erhöhte Müllaufkommen ist nach Ansicht der Stadt Wuppertal jedes Jahr im Sommer ein Thema. „Im Winter sind nicht so viele Menschen unterwegs, deshalb gibt es auch weniger Müll“, sagt Ulrike Schmidt-Keßler vom Presseamt der Stadt Wuppertal. Insgesamt haben mehr Menschen die Wuppertaler Wälder und Parks während des Lockdowns genutzt, so dass mehr Müll angefallen sei. Es sei aber nicht so dramatisch, dass neue Teams losgeschickt werden müssten.

„Wenn das Wetter schön wird, sind mehr Menschen in Wäldern und Parks“, sagt sie. Die Leute picknickten und ließen ihren Müll liegen. Ein Problem sei das immer wieder in Parks wie der Hardt und am Beyenburger Stausee. „Das ist nicht nachvollziehbar. Entweder sind die Menschen gedanken- oder rücksichtslos“, sagt Schmidt-Keßler. Das Projekt „Hardteinander“ hätte versucht, Menschen zu sensibilisieren. „Zum Beispiel, dass herumliegende Plastikteile schädlich für Wildtiere sind“, sagt die Stadtsprecherin. Auch Glas könne bei Sonneneinstrahlung Waldbrände verursachen. Insgesamt sei es positiv, wenn die Leute wahrnähmen, wie schön sie es vor der Haustür haben.