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Stadt Wuppertal muss weitere zwei Jahre auf schnelles Internet warten

Breitband : Wuppertal muss weitere zwei Jahre auf schnelles Internet warten

Die Versorgung von „weißen Flecken“ wird noch dauern. Die Versorgung der Haushalte, Gewerbebetriebe und öffentlichen Einrichtungen wird zu voraussichtlich 8000 bis 10.000 Einzelbaustellen führen.

Wuppertal wird noch länger auf die Beseitigung der sogenannten weißen Flecken warten müssen – also auf schnelles Internet an bisher schlecht versorgten Stellen. Rolf Volmerig, Vorstand der Wirtschaftsförderung, sagt, im Mai sollen „Kommunikationsanbieter ihre Netzplanungen vorstellen“, die zur Verlegung des Glasfasernetzes führen sollen. „Bis alle Leitungen in der Erde sind, werden realistischerweise jedoch noch mindestens zwei Jahre vergehen.“

Es läuft also gerade die Ausschreibung für die Versorgung der ursprünglich 3098 identifizierten Haushalte, 121 Gewerbebetriebe und 18 öffentlichen Einrichtungen, für die 250 Kilometer-Kabel verlegt werden sollen – was zu voraussichtlich 8000 bis 10 000 Einzelbaustellen führt.

Vergangenes Jahr war die erste Ausschreibung gescheitert. Der Markt – auch für den nötigen Tiefbau – war übersättigt. Oberbürgermeister Andreas Mucke nennt das sehr „ärgerlich“, weil die Maßnahme für die Stadt immens wichtig sei – das zeige sich gerade in Zeiten von Corona und Home Office.

Unterdessen gab es einen Wechsel beim Personal: Guido Gallenkamp, der bis April Breitbandkoordinator bei der Wirtschaftsförderung war und zur Stadt Bochum gewechselt ist, habe den Prozess vorangebracht und die Ausschreibung vorbereitet, sagt Volmerig. Seit dem 1. Mai ist Claas Claaßen an seine Stelle gerückt, „der über eine Ingenieursausbildung und langjährige Projekterfahrung verfügt“. Wobei Gallenkamp „Breitbandkoordinator“ war und Claaßen „Gigabitkoordinator“ ist. Claaßen wird künftig vor allem zuständig sein für „die Schnittstelle zur digitalen Stadtverwaltung und den Ausbau der gigabitfähigen Infrastruktur“.

Neue Ausschreibung soll erfolgreich verlaufen

Gallenkamp hatte die Bewerbung für die Fördermittel zur Beseitigung der „weißen Flecken“ 2017 übernommen und den Antrag 2018 durchgebracht. Seitdem stockte das Verfahren aber bei der Ausschreibung. Die Stadt hatte zuerst eben keinen Anbieter gefunden. Stattdessen sollten kleinere Unternehmen kleinere Anteile übernehmen. Volmerig sagt jetzt aber, dass „eine Analyse ergeben hat, dass kleine Anteile sich als nicht sinnvoll erwiesen haben.“ Die jetzige Ausschreibung soll aber erfolgreich verlaufen.

Eigentlich sollten die Arbeiten bis Ende 2021 erledigt sein, auch weil daran die Fördermittel gebunden waren. Der Förderzeitraum wurde aber verlängert – bis Ende 2023. Die Kostensteigerungen im Tiefbau könnten theoretisch auch abgefangen werden. Wenn die Mittel nicht reichen, könne mit dem Fördergeber nachverhandelt werden, sagt OB Andreas Mucke.

Den Weggang Gallenkamps bedauert Mucke. Der hatte in der Zwischenzeit etwa eine Datenbank angelegt, auf der die Breitbandversorgung der Stadt erfasst ist – inklusive erfolgter und angekündigter Ausbaumaßnahmen der Anbieter. „So hat die Wirtschaftsförderung mit Datensätzen unterschiedlichster Akteure ein stadtweites, interaktives Kartenwerk erarbeitet, um die Versorgungslage überblicken, planen und überprüfen zu können“, lobt auch Volmerig.

Gallenkamp sagt, er wäre gerne in Wuppertal geblieben. Aber: „In Bochum habe ich Strukturen vorgefunden, die schnellere Ergebnisse versprechen.“