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Stadt Wuppertal eröffnet die erste Radabstellanlage in einem Parkhaus

Döppersberg : Das Parkhaus am Döppersberg öffnet seine Türen für die Radfahrer

Bis 2025 soll Wuppertal Fahrradstadt werden. Dem ehrgeizigen Ziel ist die Stadt mit der Eröffnung einer Radabstellanlage im WSW-Parkhaus am Döppersberg am Mittwoch ein Stück näher gekommen. 142 Stellplätze und 20 Fahrradboxen können in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof und Busbahnhof ab sofort genutzt werden, die Stellplätze sind in den ersten beiden Monaten kostenlos.

20 Boxen können über die VRR-Buchungsplattform, www.deinradschloss.de ab sofort gebucht werden. Voraussichtlich im September, so die Wuppertaler Stadtwerke, wird die gesamte Anlage dann an „deinRadschloss“ übergeben. Die Tagesmiete für einen Stellplatz beziehungsweise eine Radbox wird dann einen Euro betragen, die Monatsmiete zehn Euro für einen Stellplatz und 15 Euro für eine Radbox.

Oberbürgermeister Andreas Mucke schnitt in Begleitung von WSW-Geschäftsführer Martin Bickenbach ein rotes Band durch und zeigte sich sehr angetan von dem Angebot für Radfahrer und Pendler am Hauptbahnhof. „Es war die richtige Entscheidung, die Fläche im WSW-Parkhaus für die Radabstellplätze zu nutzen. Das ist eine naheliegende Lösung“, sagte Andreas Mucke.

Zunächst hatte die Stadt den Bau eines bewirtschafteten Radhauses auf der freien Fläche hinter dem Primarkgebäude geplant. Nachdem sich bei der ersten Ausschreibung kein einziges Unternehmen für den Bau beworben hatte, meldete sich beim zweiten Anlauf nur eine Firma, die statt der veranschlagten 935 000 Euro die dreifache Summe forderte. Jeder der 150 Stellplätze hätte demnach 18 700 Euro gekostet. Das Projekt wurde aus Kostengründen von den Parteien beendet.

Mit Kosten in Höhe von 230 000 Euro für die Abstellanlage im WSW-Parkhaus fällt die Alternative wesentlich günstiger aus. „Wir sind beim Umbau im Kosten- und Zeitrahmen geblieben. Die Frauenparkplätze wurden um ein paar Meter verlegt, und es sind praktisch keine Stellplätze für Autos im Parkhaus weggefallen“, sagt Martin Bickenbach. Sein Wunsch ist, dass sich der Anteil des Radverkehrs in Wuppertal erhöht. Der liegt aktuell bei drei Prozent und ist noch ausbaufähig.

Ein attraktives Angebot
vor allem für Berufspendler

Das Radhaus am Döppersberg soll vor allem Berufspendlern den Wechsel auf das Rad schmackhaft machen. „Diese neue, sichere und überdachte Abstellanlage vereinfacht den Umstieg auf den ÖPNV und macht das Radfahren in Wuppertal attraktiver“, sagt Andreas Mucke. Bis 2025 sollen in Wuppertal zehn Prozent der Verkehrswege mit dem Rad zurückgelegt werden. Fahrradboxen sind zudem an den Bahnhöfen Barmen, Oberbarmen, Steinbeck und Vohwinkel geplant. Bei Regenwetter - wie am Mittwochmorgen - hätte sich mancher Radfahrer einen trockenen Stellplatz, wie die im Parkhaus, gewünscht. Buchungen für die Stellplätze am Döppersberg sollen künftig auch über die App „WSW move“ möglich sein.

Peter Stellmacher, Leiter Technische Dienste bei den Stadtwerken, verweist auf die kundenfreundliche Handhabung der Boxen. Jeder Nutzer erhält einen Zugangscode, der über dein-radschloss.de erhältlich ist. Gerade für die Besitzer teurer E-Bikes dürften die elektronisch abschließbaren Boxen von Interesse sein. „Die Radabstellanlage wird zusätzlich per Kameras überwacht“, so Stellmacher.

Mit einer Fahrrad-Abstellanlage in einem Parkhaus schlagen die Stadt und WSW neue Wege ein. Andreas Mucke ist überzeugt, dass das Wuppertaler Modell Nachahmer finden wird. „Wer sagt denn, dass in einem Parkhaus nicht auch Fahrräder stehen dürfen?“, so Mucke. Zumal das WSW-Parkhaus unter dem Busbahnhof bisher nur im Untergeschoss ausgelastet ist. Dass rund um den Döppersberg keinerlei Parkplatznöte bestehen, kam den Planern entgegen. Nun sind die WSW gespannt, wie das Angebot angenommen wird. Es ist nicht nur für Berufspendler interessant, sondern für alle, die Wuppertal per Rad und zu Fuß erkunden wollen.