Stadt will neue Gesellschaft gründen

Stadt will neue Gesellschaft gründen

Bei Politik und Handwerk bleiben offene Fragen.

Eine Tochter für die Stadttochter WSW: Im Betriebsausschuss Gebäudemanagement am gestrigen Donnerstag lag erstmals eine Vorlage auf dem Tisch, mit der die Stadt die Gründung einer neuen Gesellschaft anstoßen will. Diese soll Werkstatt-Tätigkeiten des Gebäudemanagements für Stadt und Stadtwerke (WSW) übernehmen. „Wir machen da in Teilen eine doppelte Arbeit“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. So führe das EC Zentrale Dienstleistungen der WSW und der Eigenbetrieb Gebäudemanagement Wuppertal (GMW) derzeit gleichgerichtete Aufgaben für rund 100 Gebäude bei den WSW und rund 850 Gebäude auf Seiten der Stadt durch. Konkret geht es dabei um Reparaturen und Wartungen.

Sollte der Rat am 9. Juli Grünes Licht für die Neugründung geben, wird das erstmal mit Mehrkosten verbunden sein, unter anderem weil die städtischen Mitarbeiter in einen besseren Tarif rutschen. Später versprechen sich Stadt und WSW von der Zusammenlegung ein gebündeltes Know-How. „Für die Stadt wird die Änderung aber kostenneutral sein“, sagt Slawig. Die Stadtwerke hätten sich verpflichtet, die Mehrkosten zu tragen. Die Neugründung wäre mit einem Personalabbau verbunden. Von den 150 Mitarbeitern bei Stadt und WSW würden 140 übernommen, zehn Stellen entfallen „sozialverträglich“.

Die neue GmbH, die einmal einen Umsatz von zwölf Millionen Euro erwirtschaften soll, wird ganz nebenbei noch einen weiteren Zweck erfüllen: Über sie soll die Stadt künftig Strom und Gas beziehen, der bislang vertraglich durch die WSW kam — ein Konstrukt, das laut Slawig so rein rechtlich nicht fortgeführt werden kann.

Bereits Bedenken angemeldet hat die Kreishandwerkerschaft und ein Gespräch mit Stadtdirektor Slawig vereinbart. Kreishandwerksmeister Arnd Krüger sagte zur WZ: „Einige Formulierungen werfen Fragen auf.“ Slawig versicherte allerdings, dass die neue Gesellschaft dem Handwerk weder Aufträge noch Fachkräfte wegnehmen will. Klärungsbedarf hatte auch die Politik im Betriebsausschuss. Die Stadt erneuert die Vorlage.

Mehr von Westdeutsche Zeitung