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Tourismus: Stadt verzeichnet weniger Besucher

Tourismus : Stadt verzeichnet weniger Besucher

Viele große Städte setzen auf ein Touristenticket. Für Wuppertal ist eine solche Rabattaktion bislang keine Option.

16 der 20 größten Städte in Deutschland haben es bislang: Das Touristenticket, das neben der Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs auch den verbilligten Eintritt in Museen oder städtischen Einrichtungen wie Freizeitbäder oder Tiergärten erlaubt. Auch Ermäßigungen beim Restaurantbesuch räumt das Ticket den Touristen ein. In Wuppertal hat dieses Konzept bislang aber noch keinen Anklang gefunden.

Die Idee eines solchen Tickets sei zwar reizvoll, aktuell aber nicht geplant, sagt der Geschäftsführer der Wuppertal Marketing GmbH, Martin Bang. „Wir haben das schon einmal besprochen, derzeit steht das aber nicht bei uns auf der Prioritätenliste.” Für die Einführung eines solchen Touristentickets müssten zahlreiche Voraussetzungen geschaffen werden - dazu gehöre unter anderem die Frage, wie ein einheitliches Bezahlsystem geschaffen werden könne. Zudem sei es sinnvoll, zu klären, ob man ein entsprechendes Ticket als Stadt oder als Verbundlösung zum Beispiel für das Bergische Städtedreieck anbietet, sagt Bang.

Vor kurzem hatte das Internetportal www.5vorflug.de die Touristentickets der 20 größten Städte verglichen. Das Ergebnis: In Stuttgart müssen die Touristen für das Angebot am meisten bezahlen (27 Euro für den 24-Stunden-Tarif), in Bielefeld ist das Angebot am günstigsten (8 Euro für den 24-Stunden-Tarif). Das größte Angebot an Vergünstigungen im Zusammenhang mit dem Ticket hat Berlin. In gleich vier deutschen Großstädten gibt es ein solches Angebot nach Angaben des Internetportals aber gar nicht: Neben Wuppertal sind das noch Münster, Duisburg und Dortmund.

Inwieweit das Angebot eines solchen Tickets in Wuppertal für Touristen von Interesse ist, müsste vermutlich erst im Vorfeld einer Einführung ermittelt werden. Derzeit sei die Stadt vor allem für Tagestouristen attraktiv, die im Rahmen von Busreisen kommen, erklärt Geschäftsführer Bang. Bei den Übernachtungen mache sich dagegen negativ bemerkbar, dass die Stadt über vergleichsweise wenig Hotels verfügt.

So listet das Statistische Landesamt NRW für das erste Halbjahr 2018 insgesamt 42 Beherbergungsbetriebe mit zehn oder mehr Betten auf. In der Landeshauptstadt Düsseldorf sind es dagegen 229. Hier hofft der Chef des Stadtmarketings, dass durch die Eröffnung weiterer Hotels das Angebot in Wuppertal zunimmt.

Auch wenn sich im Tagestourismus einiges tut, mit der Zahl der Gäste-Ankünfte in Wuppertal kann Bang nicht unbedingt zufrieden sein. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres kamen knapp 113 900 Besucher - das war gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang von 2,1 Prozent. Die Zahl der Gäste-Übernachtungen lag bei fast 292.100, in diesem Bereich gab es ein Minus von 1,9 Prozent.

Bang verweist allerdings darauf, dass die Zahlen für die Marketingverantwortlichen schwierig zu bewerten seien. In der Statistik würden auch Geschäftsreisende berücksichtigt - und gerade in diesem Bereich gebe es mitunter starke Schwankungen: zum Beispiel, weil Großbaustellen beendet sind. Zudem seien diese Reisenden auch mit den besten touristischen Angeboten nicht zu locken - eben deshalb weil sie aus rein geschäftlichen Gründen nach Wuppertal kämen.