1. NRW
  2. Wuppertal

Stadt modernisiert Altenpflege-Heime

Stadt modernisiert Altenpflege-Heime

Das Haus am Diek wurde exemplarisch für alle Einrichtungen vorgestellt. Dort werden 3,5 Millionen Euro investiert.

Barmen. Die Stadt nimmt 25 Millionen Euro in die Hand, um ihre sieben Altenpflege-Einrichtungen den neuen gesetzlichen Bestimmungen anzupassen: mindestens 80 Prozent Einzelzimmer, die übrigen Doppelzimmer. Das gilt für bestehende Einrichtungen. Neubauten dürfen nur Einzelzimmer anbieten. Die Standorte Langerfeld, Wuppertaler Hof und Vogelsang entsprechen den Vorgaben jetzt. Nun gilt es, auch Cronenberg, die Neviandtstraße, den Neubau an der Oberbergischen Straße und das Haus am Diek anzupassen. Das Haus am Diek nahmen der Beigeordnete Stefan Kühn, der Alten- und Pflegeheime Betriebsleiter Ulrich Renziehausen, Einrichtungsleiterin Ursula Bönnen-Scriba und die zuständige Architektin Hedda Vorwohlt-Harendza zum Anlass, die Maßnahme vorzustellen.

Zurzeit hat das Haus Am Diek 120 Plätze, davon sind im Moment 112 belegt. Nach dem Umbau werden es noch 99 Plätze sein. Jeweils zwei leere Doppelzimmer werden dann zu zwei Einzelzimmern umgebaut sein, mit einem gemeinsamen Bad in der Mitte. Der Anteil der Einzelzimmer-Plätze wird dann bei 82 Prozent liegen. Die Arbeiten sollen bei laufendem Betrieb stattfinden. Renziehausen: „Dabei ist sichergestellt, dass alle Bewohner hier bleiben können. Eventuell müssten sie während der Arbeiten innerhalb des Hauses umziehen.“

Hedda Vorwohlt-Harendza, Architektin

Hedda Vorwohlt-Harendza: „Wir planen, in vier Abschnitten vorzugehen, die wir dann jeweils komplett herrichten.“ Die Arbeiten würden demnächst ausgeschrieben. Start könnte dann der Oktober dieses Jahres sein. „2019 wären wir gerne fertig.“

Darin, dass es in Wuppertal nach der Umsetzung des Gesetzes weniger Plätze in der vollstationären Dauerpflege geben wird, sieht Kühn kein Problem. Die Kapazitäten seien ausreichend. Zwar würden die Menschen im Schnitt älter als früher, blieben aber auch länger zu Hause. Der Anteil der Menschen über 85 Jahre, die einen Heimplatz haben, sei trotz demografischen Wandels im Sinken. In Wuppertal seien es zur Zeit 18 Prozent dieser Altersgruppe. Im Moment, so Kühn, gebe es etwa 160 nicht belegte Plätze.

Die Finanzierung der Umbauten werde durch eine entsprechende Erhöhung des Wohngeldes gewährleistet, so Kühn. Erstmal tritt die Stadt natürlich in Vorlage. Dann werden die Bewohner zur Kasse gebeten. Für die Einrichtung am Diek macht Kühn diese Rechnung auf: Geplant sind Investitionen in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro. Das würde eine Anhebung von sechs Euro pro Tag nach sich ziehen. Damit läge man etwa im Wuppertaler Durchschnitt. Bei jeder Einrichtung hängt die Erhöhung von den jeweils getätigten Investitionen ab. Kühn: „Der Landschaftsverband Rheinland muss sie dann jeweils genehmigen.“

Maßnahmen zur Barrierefreiheit und energetische Maßnahmen werden bei dieser Gelegenheit gleich mit getroffen. Den Bewohnern sollen genauso wie den Pflegekräften während des Umbaus keine Nachteile entstehen, darauf legen Bönnen-Scriba und Renziehausen Wert. Allerdings würden mehr Einzelzimmer für die Pflege einen größeren Aufwand bedeuten, den man mit demselben Pflegeteam stemmen müsse.

Dass während der Umbauten in den städtischen Einrichtungen alle Bewohner vor Ort bleiben können, das sei das Ziel, so Kühn. Für den Fall der Fälle stünden aber auch Ausweichquartiere zur Verfügung. Über 750 Plätze verfügen die sieben städtischen Einrichtungen, 3500 gibt es in Wuppertal insgesamt. Die Investitionen aller Träger in Wuppertal zusammen genommen beziffert Kühn auf rund 100 Millionen Euro. Kühn: „Das ist ein gewaltiges Vorhaben.“