Kinderbedarfsplans 2023/24 Kita-Plätze auch für geflüchtete Kinder aus der Ukraine schaffen

Sprockhövel · Die Stadt Sprockhövel prüft, ob der Überhang an Kita-Plätzen für die Kinder ukrainischer Flüchtlinge genutzt und ob eine neue Großtagespflegestelle eingerichtete werden kann.

 Für Kinder aus geflüchteten Familien sind in kürzester Zeit Plätze in Kitas zur Verfügung gestellt worden.

Für Kinder aus geflüchteten Familien sind in kürzester Zeit Plätze in Kitas zur Verfügung gestellt worden.

Foto: dpa/Monika Skolimowska

Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland hat auch Auswirkungen auf die Kindergartenbedarfsplanung in den einzelnen Städten. So hat die Stadt Sprockhövel für das Kita-Jahr 2023/2024 aufgrund des geburtenschwachen Jahrgangs 2020 einen „signifikanten Platzüberhang“ vorausgesehen. Angedacht war, darauf mit möglichen Umänderungen von einzelnen Gruppenformen in bestehenden Kitas zu reagieren, bei denen Ü3-Plätze abgebaut und neue U3-Plätze geschaffen würden. Nun müssen jedoch auch die Kinder aus geflüchteten Familien mit in die Planung einbezogen werden.

Zusätzliche Gruppe in der Kita Gedulderweg

Bereits jetzt seien durch die Stadt Sprockhövel sowie durch verschiedene Kita-Träger „in kürzester Zeit“ Betreuungsmaßnahmen für Kinder aus geflüchteten Familien geschaffen worden, heißt es in der entsprechenden Vorlage des Kinderbedarfsplans 2023 - 2024 im Rat. So hat die Verwaltung zunächst für die Dauer von einem Jahr in der städtischen Musik-Kita Gedulderweg eine zusätzliche Gruppe für Kinder über drei Jahre geschaffen. Baumaßnahmen waren durch diese Erweiterung nicht notwendig. Darüber hinaus haben sich Kitas anderer Träger bereit erklärt, Überhangplätze für ukrainische Kinder einzurichten. Auch hier sind die ersten Aufnahmen bereits erfolgt.

 Bei der Planung der kommenden Kita-Jahre werden bei der Bedarfserhebung auch die Flüchtlingskinder eingerechnet.

Bei der Planung der kommenden Kita-Jahre werden bei der Bedarfserhebung auch die Flüchtlingskinder eingerechnet.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Wie hoch der Bedarf für die Aufnahme von ukrainischen Kindern sein wird, lässt sich derzeit nur schwer vorhersagen. Prognosen darüber, wie viele Menschen nach Deutschland und dann weiter nach Sprockhövel kommen, hängen von den nicht vorhersehbaren Entwicklungen bei den Kriegshandlungen ab. Stand Anfang April waren 181 Menschen aus der Ukraine in Sprockhövel angekommen, darunter 76 Kinder und Jugendliche. Von diesen sind 14 Mädchen und Jungen im Kita-Alter.

Die für die Kita-Jahre 2023/24 und 2024/2025 prognostizierten Platzüberhänge von jeweils über 30 Plätzen für Ü3-Kinder sollen für die Aufnahme von zusätzlichen Flüchtlingskindern genutzt werden. Je nachdem, wie der tatsächliche Bedarf ist, könnte der Überhang teilweise für die Umwandlung in U3-Plätze genutzt werden. Um weitere U3-Plätze schaffen zu können, prüft die Verwaltung derzeit die Einrichtung einer neuen Großtagespflegestelle mit bis zu neun Plätzen für U3-Kinder. Zuletzt war – wie auch regelmäßig in den zurückliegenden Kita-Jahren – das Betreuungsangebot im U3-Bereich weitgehend bedarfsdeckend. So liegt aktuell die U3-Versorgungsquote bei 54,1 Prozent. Für die bessere Vereinbarung von Familie und Beruf solle der U3-Ausbau fortgeführt werden.

Für das Kita-Jahr 2022/2023 hatte die Stadt einen Mehrbedarf an Betreuungsplätzen festgestellt. Von den insgesamt 17 zusätzlich erforderlichen Plätzen lagen zehn im Wohnbereich Haßlinghausen und sieben im Wohnbereich Niedersprockhövel. Durch einen Gruppenanbau in der DRK-Kita „Kleine Weltentdecker“ in Hiddinghausen sind 13 zusätzliche Plätze entstanden, davon neun für Ü3-Kinder und vier im U3-Bereich. In der Musik-Kita Gedulderweg im Wohnbereich Niedersprockhövel sind durch eine vorübergehende Umstrukturierung neun zusätzliche Ü3-Plätze entstanden. Aktuell stehen für das Kindergartenjahr 2022/2023 in Sprockhövel insgesamt 859 Plätze zur Verfügung, darunter 655 Ü3-Plätze und 204 U3-Plätze. Dazu kommen derzeit belegte 89 Tagespflegeplätze.

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