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Sprengstoff-Experten im Silvester-Einsatz in Wuppertal

Kontrolle : Sprengstoff-Experten im Silvester-Einsatz

Die Bezirksregierung überprüft in diesen Tagen eingelagertes Feuerwerk. Die WZ begleitete die Mitarbeiter in Oberbarmen.

Vom 28. Dezember an dürfen in diesem Jahr Feuerwerkskörper, die für viele zum Jahreswechsel gehören, verkauft werden. Allerdings gelten hierfür strenge Vorschriften, die den Verkaufsstellen im Vorfeld mitgeteilt werden und natürlich nur greifen, wenn sie auch eingehalten werden. Und da tritt das Dezernat 55, Sprengstoffwesen der Bezirksregierung Düsseldorf, auf den Plan, das sowohl zum Schutz von Verkäufern wie auch des Verkaufspersonals den Verkauf und die Lagerung in der Zeit vorher akribisch kontrolliert.

In Wuppertal waren am Freitag drei Teams des Dezernats Sprengstoffwesen unterwegs, und wir begleiteten die Experten Rafael Bruder, Jens Schroer und Pressesprecherin Dagmar Groß bei ihrem Besuch in einem Baumarkt in Oberbarmen. „Diese Besuche bei Stellen, die den Verkauf des Feuerwerk-Materials angemeldet haben, werden selbstverständlich nicht vorher angekündigt“, so Jens Schroer, der sich und das Team bei der Baumarktleitung vorstellte und vom stellvertretenden Marktleiter auch gleich zum ersten der beiden Lagerräume des explosiven Materials begleitet wurde.

Das wird, je nach Gefährlichkeit, in den Kategorien F1 (dürfen an Personen über 12 Jahren während des gesamten Jahres verkauft werden) und F 2 (nur vom 28. Dezember bis 31. Dezember und nur an Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben) unterschieden. Nur eigens unterwiesenes Verkaufspersonal darf Feuerwerk verkaufen, das zudem das Siegel CE tragen muss.

170 Kilogramm Raketen und Böller, meist in China hergestellt, stehen in Oberbarmen für den Verkauf bereit, wovon je eine Hälfte in nicht für das Publikum zugängigen, weit auseinanderliegenden Räumen gelagert wurde. „100 Kilogramm NEM (Netto-Explosivmasse) dürfen an einer Stelle gelagert werden“, verriet Rafael Bruder. Um festzustellen, dass auch bei der Lagermenge die Grenze nicht überschritten wurde, ließ sich das Kontroll-Team die Lieferscheine vorlegen, was gleichfalls keinen Anlass zu Beanstandungen gab.

„Die Holzbalken müssen
noch entfernt werden“

In Kartons verpackt, eingewickelt in Klarsichtfolie boten die Kartons noch einen wenig spektakulären Anblick, und auch die Revisoren der Bezirksregierung hatten nichts an der Lagerung auszusetzen, zumal („Das haben wir im Augenwinkel wahrgenommen“, so Schroer) auch die Fluchtwege in ausreichendem Maße vorhanden und alle Räume mit Sprenkleranlagen ausgerüstet sind.

Dass in den Lagerräumen weder geraucht noch mit offenem Feuer hantiert werden darf, versteht sich von selbst, und ebenso, dass in der Nähe der Böller, Knaller und Leuchtraketen keine brennbaren Stoffe oder Druckgas-Behälter (Spray-Dosen) gelagert werden dürfen. „Die Holzbalken müssen noch entfernt werden“, war das einzige, was Jens Schroer noch anzumerken hatte, bei den „Musterknaben“ in Oberbarmen. Und auch das wurde umgehend zugesichert.

„Ganz so vorbildlich ist es nicht immer“, verriet der Prüfer der Bezirksregierung, und dass gravierende Verstöße gegen die Bestimmungen Straftaten darstellen, die sogar mit Freiheitsstrafen geahndet werden können.

Allerdings geht der Verkauf des funkensprühenden, krachmachenden Materials in den letzten Jahren leicht zurück. „Ich glaube nicht, dass wir am 31. Dezember bei Geschäftsschluss ausverkauft sind“, mutmaßte der stellvertretende Marktleiter in Oberbarmen. „Auch wir haben überlegt, ob wir Feuerwerkskörper überhaupt noch ins Sortiment nehmen sollen.“

„Wir können natürlich nur die Händler kontrollieren, die den Verkauf von Feuerwerksmaterial angemeldet haben. Auf Dinge, die illegal und unangemeldet verkauft werden, haben wir keinen Einfluss“, berichtet Jens Schroer, der wie sein Kollege zu Silvester weder Böller noch Raketen entzündet. „Ich habe vor mehr als 20 Jahren mal Feuerwerkskörper abgebrannt, und danach hat mein Vater mir einen Besen in die Hand gedrückt, damit ich die Überreste wegfege. Danach ist mir die Lust daran vergangen“, erinnert sich Rafael Bruder an ein „traumatisches“ Erlebnis aus seiner Jugendzeit.