Sprachförderung beginnt früh

Sprachförderung beginnt früh

Kreis gab Tagesmüttern Tipps, wie sie Kinder an Sprache heranführen.

EN-Kreis. „Hier kommen die Kleinsten zu(m) Wort“ — so lautet der Titel eines Seminars, das 50 Tagesmütter und -väter aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis erfolgreich absolviert haben. An jeweils drei Samstagen stand für die Tagespflegekräfte die Frage im Zentrum, wie und mit welchen Mitteln sie Kinder im Alter von null bis drei Jahren effektiv an Sprache heranführen können.

„Kinder in verschiedensten Entwicklungsstufen sprachlich zu fördern, ist nicht nur für die Eltern eine besondere Aufgabe. Auch andere Betreuungspersonen sind hier gefordert“, weiß Andrea Zacher, Koordinatorin für Sprachförderung im Fachbereich Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung.

Andrea Zacher, Koordinatorin für Sprachförderung

Wenn der Wiedereinstieg der Eltern in den Beruf ansteht oder andere Verpflichtungen Zeit binden, werden die Kleinsten häufig von Tagespflegekräfte betreut. Um die Sprachentwicklung schon im frühen Alter zu fördern, ist es wichtig, wie Erwachsene mit Kindern kommunizieren. Das Rüstzeug für diese Aufgabe hat das Seminar den Teilnehmern mithilfe vieler Tipps, Übungen und Videoaufnahmen an die Hand gegeben.

„Ein Erfolgsrezept für frühe Sprachförderung ist es beispielsweise, Bilderbücher gemeinsam und im intensiven Dialog mit den Kindern anzuschauen“, nennt Zacher ein Beispiel. Die Tagespflegekräfte bekamen hier nicht nur konkrete Hinweise vermittelt, wie sie geeignete Bücher auswählen. Sie erfuhren auch, wie sie das Gehörte und Gesprochene mit den Kindern anschließend im Alltag oder in kleinen Projekten vertiefen können und sollten.

„Abwechslungsreich, strukturiert und jede Menge professionelle Praxistipps“ — nach den drei Seminarwochenenden beurteilten die Teilnehmer die Veranstaltung durchweg positiv. Auch der Mix aus Theorie und Praxis habe gestimmt und es sei ausreichend Zeit gewesen, um untereinander Erfahrungen auszutauschen. „Eine Chance, die die Tagespflegekräfte, die in ihrem beruflichen Alltag häufig als Einzelkämpfer unterwegs sind, gerne genutzt haben“, hat Zacher beobachtet.

Schlechte Nachrichten für Tagespflegekräfte, die von der für sie kostenfreien Fortbildung profitieren möchten: Die bis Ende dieses Jahres terminierten Schulungen sind ausgebucht. Einige wenige Plätze gibt es noch für die erste Schulung in 2019. Diese startet am Samstag, 19. Januar. Red

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