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Sportpark verlässt Wuppertaler Neumarkt - Situation nicht tragbar

Wirtschaft : „Nicht tragbar“: Sportpark verlässt den Wuppertaler Neumarkt

Der Betreiber spricht von „Missverständnissen mit dem Vermieter“. Drogen, Müll und zu hohe Parkplatzgebühren im Gebäude würden keinen Betrieb erlauben.

Schließungen sind seit Beginn der Corona-Krise keine Seltenheit, doch dass das Sportpark-Fitnessstudio am Elberfelder Neumarkt nur noch bis Ende November geöffnet haben wird, hat andere Gründe. „Das hat nichts mit Corona zu tun“, versichert Geschäftsführer Thomas Drescher. Stattdessen habe es „Missverständnisse mit dem Vermieter“ gegeben. Bei den Streitpunkten geht es in erster Linie um das Parkhaus, dessen Preise der Mieter gern reduziert hätte. „Wir haben dafür seit drei Jahren umsonst gekämpft“, erläutert Drescher. Kostenlose Parkplätze seien sein eigentlicher Wunsch, wenigstens habe er für den Preis von einem Euro pro Stunde eingestanden. Doch mittlerweile lägen die Stundentarife bei bis zu 2,80 Euro. Der Sportpark-Geschäftsführer findet das „nicht tragbar“ und fragt: „Wer kommt denn da noch?“

Damit der Vorwürfe nicht genug. Drescher sieht in dem Parkhaus zudem „das ungepflegteste in ganz Wuppertal“. Er spricht von Drogensüchtigen im Keller des Gebäudes. „Da geht niemand alleine rein“, meint er. Spritzen seien dort liegengeblieben, auch seien Kot, Urin und Blut zu finden gewesen. Überdies hätten sich Ansammlungen von Müll entwickelt. Trotz Nachfrage sei man für die Immobilie allein verantwortlich gewesen, eine Reinigung habe es seit Monaten nicht gegeben. Generell sei das Gebäude in keinem guten Zustand, so habe es etwa bereits Defekte der Klimaanlage und bei der Warmwasserversorgung gegeben. Zudem gab es laut des Mieters Probleme mit der Brandmeldeanlage, die mehrmals jährlich wegen technischer Störungen falschen Alarm ausgelöst habe. Auch auf organisatorischer Ebene habe es Schwierigkeiten gegeben. Drescher beklagt, dass es seit Jahren „keine ordentliche Nebenkostenabrechnung“ gegeben habe. Der Geschäftsführer ist sich sicher, dass die jetzigen Fitness-Räume nicht neu vermietet werden: „Wieder eine Immobilie in Elberfeld, die dann leersteht“, konstatiert er.

Die Kunden, die im Studio am Neumarkt Sport treiben, müssen mit Blick auf den anstehenden Auszug nicht auf andere Anbieter ausweichen. „Die Nutzer können selbstverständlich in die anderen Clubs kommen und diese kostenlos mitnutzen“, verspricht Thomas Drescher. In Vohwinkel, auf Lichtscheid, in der Alten Papierfabrik und im Heckinghauser Gaskessel betreibt die Sportpark-Gruppe weitere Fitnessstudios. Auch die sechs meist langjährigen Mitarbeiter werden auf die übrigen Filialen verteilt.

Ob es langfristig einen Ersatz für den bald geschlossenen Club am Neumarkt geben wird, will der Geschäftsführer nicht verraten. Aber: „Wir wollen 2022 ein lang erarbeitetes Konzept umsetzen.“ Zuletzt wurde das Design in den Studios erneuert. Neu ist auch, dass es aufgrund des Coronavirus einen Outdoor-Trainingsbereich an der Alten Papierfabrik gibt. Im nächsten Jahr sollen Vohwinkel und Lichtscheid mit diesem Angebot folgen. „Das wird ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Drescher und zeigt sich erleichtert, die Sorgen am Neumarkt im November hinter sich zu lassen.

Von Seiten des Vermieters war es nicht möglich, eine Stellungnahme zu den erhobenen Vorwürfen zu bekommen. Die in Berlin ansässige Hausverwaltung sah sich aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht im Stande, auf die Fragen der WZ zu antworten.