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Highland Games: Sportlicher Kampf der Schottenfreunde

Highland Games : Sportlicher Kampf der Schottenfreunde

Der Verein Friends of Clan MacLaren lud Anhänger schottischen Brauchtums zu den Highland Games ein.

Rund um den CVJM-Westbund auf der Bundeshöhe herrschte am Wochenende eine erhöhte Rockdichte: Frauen und Männer mit karierten Kilts, kniehohen Strümpfen, dem Sporran (Gürteltasche) und sonstigen Accessoires schottischen Clanlebens bevölkern das Gelände, verfolgten die diesjährigen Highland Games, lauschten einem Wettbewerb im Dudelsackspielen oder probierten hochprozentige Getränke mit rauchiger Note und torfigem Abgang.

Zum zehnten Mal hatte der Verein Friends of Clan MacLaren zu der Veranstaltung geladen. Im vergangenen Jahr kamen rund 6000 Besucher zu dem Treffen (Fachbegriff: „Gathering“). Anlässlich des runden Geburtstages waren in diesem Jahr auch Clanchef Donald MacLaren of MacLaren (auf die Dopplung wird Wert gelegt) und seine Frau Maida aus Schottland auf der Bundeshöhe dabei.

Sein Clan habe zwar keine Nachkommen in Deutschland, dennoch fühle er sich hier immer wie zu Hause, sagt Donald MacLaren im Gespräch mit der WZ. Vor drei Jahren war er mit seiner Frau zum ersten Mal hier, sagt er in einem Englisch, das eher an Oxford als Edinburgh erinnert – was wohl daran liegt, dass der Clanchef in London aufgewachsen ist. Der Gesprächspartner dankt’s, ist der schottische Akzent doch eine echte Herausforderung auch für Menschen, die Englisch halbwegs beherrschen.

Etwa 800 Mitglieder hat der MacLaren-Clan, dessen Wurzeln bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, in Schottland. In Nordamerika sind es sogar rund 1000 Angehörige, etwa 500 weitere finden sich in Australien und Neuseeland.

Donald MacLaren of MacLaren ist „erfreut“, dass die schottische Kultur im Allgemeinen in Deutschland immer mehr Fans findet, die sich in ihrer Freizeit einen Kilt anziehen, den Dudelsack spielen oder sich in den Disziplinen der Highland Games versuchen. Kritik, dass ein solches Tun hierzulande nicht authentisch sei, will der Clanchef gar nicht erst aufkommen lassen. Es könne doch nicht verkehrt sein, wenn die Menschen ein „passioniertes Interesse“ für schottische Kultur und Lebensart entwickelten.

Das freut Ralf Berger, 1. Vorsitzenden der Friends of Clan MacLaren. Etwa 40 Mitglieder hat der in Schwelm ansässige Verein. „Wir pflegen gerne schottisches Brauchtum“, sagt er. Zudem sei man der einzige schottische Verein in Deutschland, der neben dem sportlichen Wettbewerb auch einen Kulturanspruch hat.

Bei Berger ist es das Dudelsackspielen, das er seit gut 14 Jahren betreibt. Dass diese Art von Musik nicht überall auf offene Ohren stößt, weiß er: „Man kann es nur lieben oder hassen!“ Etwa sieben Jahre dauert es nach Angaben von Experten, ehe man das Blasinstrument halbwegs im Griff hat.

Der Verein veranstaltet regelmäßig einen Stammtisch in den Räumlichkeiten des CVJM an der Bundeshöhe, die Schottland-Fans treffen sich dort auch auf dem Sportplatz zum Trainieren.

Schweißarbeit bei hochsommerlichen Temperaturen

Dort wird vor allem am vergangenen Samstag bei hochsommerlichen Temperaturen mächtig Schweißarbeit geleistet. 26 Athleten – sieben Frauen und 19 Männer – treten in den Altersklassen „Über 40“ und „Über 50“ zu den deutschen Meisterschaften in den Highland Games an. Die Disziplinen sind: Hammerwurf, Gewichtweit- und -hochwurf, Steinstoßen sowie der Baumstammüberschlag. Da die Sportgeräte teilweise in zwei Gewichtsklassen über die Wiese geschleudert werden, sind es insgesamt acht Einzeldisziplinen, in denen die Teilnehmer antreten.

Und auch wenn die Bundeshöhe zumindest im Namen Assoziationen an das schottische Hochland mit sich bringt, sind die Temperaturen zumindest am Samstag eher südlich-mediterran. Das mache aber gar nichts, sagt Jürgen Stickelbrock, der den Wettkampf moderiert. „Besser warm als zu kühl“, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Highland Games. Schließlich seien die Teilnehmer schon etwas älter – und da möge man es doch auch lieber etwas wärmer.

Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland, das Feld ist prominent besetzt. Bei den Männern (Ü 50) tritt Andreas Deuschle aus Nürtingen (Baden-Württemberg) an, Vizeweltmeister im Kugelstoßen und Weltmeister der Highland Games 2018 – und erringt prompt in der Ü-50-Klasse der Männer den Sieg.

Er sei früher Kugel- und Diskuswerfer gewesen, erzählt Deuschle, dem man beim Blick auf seinen mächtigen Bizeps ansieht, dass er so manche Stunde beim Krafttraining verbringt. Nach seiner aktiven Zeit habe er die Highland Games als Wettbewerb für sich entdeckt, sagt er. Er möge den freundschaftlichen Umgang „mit den Kollegen“ und die lockere Atmosphäre bei den Wettkämpfen.