Sporthalle Nevigeser Straße: Stadt Wuppertal muss jetzt verhandeln

Bauverzögerung : Nevigeser Straße: Stadt muss jetzt verhandeln

Auch die zweite Ausschreibung für den Bau der Sporthalle war nicht erfolgreich.

Auch die zweite Ausschreibung für das Sporthallen-Projekt an der Nevigeser Straße war nicht erfolgreich: Kein Bieter hat sich gefunden, der zu den Konditionen der Stadt bauen will. „Die Frist ist abgelaufen“, bestätigt Hans-Uwe Flunkert, Chef des städtischen Gebäudemanagements (GMW). Ab jetzt werde mit zwei Bietern frei verhandelt. Fest stehen dürfte, dass sich die Fertigstellung des Neubaus – geplant sind eine Dreifachsporthalle plus eine angeschlossene Turnhalle – noch einmal verzögern wird. Im März war noch von Ende 2020 die Rede, damals ging die Stadt aber noch davon aus, dass die zweite Ausschreibung ein Ergebnis bringt. Aktuell spricht Flunkert nun von „Anfang 2021“ als Zeitpunkt, an dem die Hallen, auf die vor allem die Gesamt- und die Grundschule an der Kruppstraße warten, in Betrieb genommen werden soll.

Bislang haben auf dem Gelände der ehemaligen Sportanlage nur Vorarbeiten stattgefunden. Der Hochbau hat noch nicht angefangen. Das GMW rechnet mit Baukosten von gut 8,6 Millionen Euro. Die seien bei der Ausschreibung aber gar nicht unbedingt der Knackpunkt gewesen, so Flunkert. Vielmehr hätten die Firmen bei der Ausführungszeit abgewunken. Die sei nun auch Thema bei den Verhandlungen. Das Problem, so Flunkert: Die Auftragslage der Firmen sei so gut, der Bauboom sei für Städte wie Wuppertal ein Problem, wenn sie mit privaten Bauträgern in Konkurrenz treten müssten. Und Verzögerungen bei der Auftragsvergabe hätten zudem wirtschaftliche Nachteile, da die Baukostensteigerung kontinuierlich voranschreitet.

Dass die Hallen nun noch später fertig werden, „ist sehr ärgerlich“, sagt Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD). Denn das bedeute nun mal auch, dass die Schüler weiterhin lange Wege für den Sportunterricht zurücklegen müssen. Seit der Einweihung der Schule 2014 hatten Eltern und Schüler eine eigene Sporthalle gefordert. Zunächst war der Unterricht auf andere Hallen verteilt worden, unter anderem am Arrenberg. Aufgrund der schwierigen Anbindung verbrachten die Klassen aber oft mehr Zeit im Bus als beim eigentlichen Sport. In ihrer Not mietete die Wuppertaler Verwaltung bei den Kollegen in Velbert Hallenzeiten in Neviges an. Der Vertrag, so heißt es auf WZ-Anfrage, laufe zunächst noch bis Januar 2020. Es besteht aber die Option auf eine Verlängerung.

Parallel lief die Suche nach einem Hallenstandort, die sich nicht einfach gestaltete. Weil Anwohner gegen den Bau auf einem Grundstück an der Mannesmannstraße Sturm liefen, dauerte es, bis die Stadt fündig wurde. Schließlich wurde ein Tauschgeschäft abgeschlossen: Der Wuppertaler SV zog mit seiner Jugendabteilung von der Nevigeser Straße ans Stadion am Zoo. Um die Sanierung des Kunstrasenplatzes dort und am Nocken zu bezahlen, verkaufte die Stadt einen Teil des Geländes an der Nevigeser Straße an den Discounter Lidl. Neben den beiden Sporthallen, die über das Programm Gute Schule 2020 finanziert werden, entsteht dort nun noch ein Discounter. Der dürfte wohl vor den Hallen fertig werden. Einen Eröffnungstermin, so hieß es im März, könne das Unternehmen aber noch nicht nennen.

Die Gefahr, dass die Stadt Wuppertal durch die erneute Verzögerung Fördergelder verlieren könnte, bestehe übrigens nicht, heißt es aus dem Rathaus. Arbeiten für das Programm „Gute Schule 2020“ können bis 2024 abgerechnet werden.